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Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
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WasserfMe.

verlieren sich in Scmdwüsten oder Morastflächen: die Steppen-sliisse Afrikas . Noch andere in Felsklüfte nnd Grotten, wie imJura und Karst: verschwiudende Flüsse. Noch andere stehen vorder Meeresslnth still.

Es giebt continuirliche Flüsse, welche das ganze Jahr inreicher Wasserfülle bleiben; überschwemmende, wie der Nil undviele andre in der Zone der tropischen Regen; temporäre, diennr zeitweise fließen und dann wieder stillstehen, oder ganz auf-hören in der dürren Jahreszeit, sich in aneinander gereihten klei-nen Seen oder Snmpfstellen (Korallenseen) auflösen, wie vieleSteppenflüsse Australiens , u. a.

Nähere Betrachtung der Ströme.

Die Natur der Ströme wird bedingt durch die Fülle ihresQuellenreichthums, durch die Zuführung der Wasser aus demganzen Geäder und deren Vertheilung, dnrch die Art des Gefällcs,durch den directen Abstand der Quelle von der Mündung, undder dadurch, wie durch die Bodenverhältnisse veranlaßten Krüm-mungen der ganzen Stromentwickclung, durch ihre Normaldirection.

Die Wasserfülle ist nach Schneeschmelzen und ewigen Schnee-lasten, wie nach tropischen Regenzeiten oder wechselnden Jahres-zeit-Regen in den temperirten Zonen sehr verschieden, also auchklimatisch bedingt. Dies Gefälle geht vom Stürzen im Hochgebirgezum Strömen in ein Fließen, Schleichen, und an den Mündungenselbst zu einem Stillstehen über. Die Vehemenz der Bewegunghängt von den verschiedenen Neigungswinkeln der Stnfenländer ab,welche vom senkrechten Absturz der Felswände (von denen dieWasserfälle Herabkommen) und von der mehr und miuder steilenzur fanften geneigten und endlich zur ebenen Richtung übergehen.

Die Normaldirection der Ströme wird bestimmt:

1) durch die Beschaffenheit und Strnctur der Gebirgs- nndErdmassen, welche sie iu ihrem Laufe durchschneiden: ») ob in