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Die geschichtliche Bildung der Plateaus.
wie auch durch sie Natur und Geschichte als eiu großes Gauzesin einander greifen.
Die größern hohen Hochländer, die rauhen Plateauflächen inihren einförmigen, unabsehbaren, isolirten Oberflächen ohne Baum-wnchs, uur mit Steppenboden bedeckt und mit Grasungen überzogen,sind die Heimath nomadisirender Urvölker der Erde geblieben. OhneWälder und ihren Schutz, ohne Thalbildungcn und ohne großeWasserläufe, in meist unfruchtbaren Sand-, Steppen- oder Fels-boden, mit magerer Vegetation überzogen, die nur als Nahrungfür gesellige Heerden, die Begleiter der Völker, dienen, bliebensie die Sitze wandernder Hirtenvölker. So in Centralasien , inTuran und Iran, in Centralafrika bis zu den Gallasstämmen undden Habschi in den äthiopischen Hochlanden. So in den Hoch-ebenen Amerikas , welche die Azteken durchwanderten. Von daherkamen die großen Anstöße der Völkerwanderungen. Ans Cen-tralasien herans wälzten sich die Völkerfamilien der Jranier, derHunnen, Mongolen, Türken, und ebenso finden in Jnnerafrikaunter den Negerstämmen, Gallas, Aethiopen Wanderungen statt.Die kleinern Hochländer, von minder kolossalen Räumen und ge-ringern Höhen, klimatisch milderer Art, haben sich zu allen Zeitennoch eher zu Cnltnrverhältnissen emporgearbeitet, ohne daß dieseCultur unter den minder begünstigenden Naturverhältnissen sichzu besondern Blüthen entfaltet hätte. So in Asien auf denVorstufen in Butau, Dekan und Iran, in Afrika auf dem Atlas,in Habesch, iu Europa in Arkadien, Castilien , in Arvernia(Auvergue) iu Gallieu, in Hessen, auf der Eifel , auf der Wal-daihöhe in Central-Rossia.
In den mannigfaltig entwickelten, vielfach gegliederten, reichbegabten romantischen Formen der Gebirgsländer der Erde habenfast überall die Gebirgsvölker in ihren ältesten Ursitzen durch diedoppelte Fülle ihrer Naturverhältnisse und die Energie ihrerStämme, die ersten und wichtigsten Keime der edlern menschlichen