Horizontale und verticale Dimension.
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Hier tritt die Offenbarung der Telcologie in ihren verbor-genen Wundern mit ihrer ganzen Herrlichkeit hervor. Es ist dieAufgabe der Wissenschaft, sich das Wesen der Gestaltung dergroßen tellurischen Individuen und ihrer Anordnungen zur Klar-heit zu bringen. Aus der Natur uud ans dem Wesen des Gan-zen geht auch das Wesen der Theile hervor; nicht umgekehrt.Das ist ein durchaus zutreffender Satz Plato's. Ans dem Ein-zelnen geht die volle Erkenntniß des Ganzen nicht hervor, wcuuuicht auch dieses zugleich erkannt ist. Wie durch das Ganze erstder Theil gebildet wird, so lös't sich auch in der Betrachtungdurch das Gesetz erst das Besondere ab und wird zum Einzelnen,zum Individuum. So kouute auch erst aus dem Begriffe desSonncnshstcms der kosmische Lauf der Erde, uud erst aus demBegriffe der Erde als Planet und als Kugel die Anordnung ihrerTheile und deren gegenseitiges Verhältniß, das Charakteristischeder Länder, ihrer Gliederungen uud Erscheinungen, wie ihrerlebendigen Organismen, durch Pflauzeu und Thiere bis zum Men-schen hin verstanden werden.
Die räumliche Plastik oder die äußere Gestaltung, die Con-figuration der Erdtheile, beruht auf den zwei Dimensionender Erdränme, auf der horizontalen und verticaleu.
1. Die horizontale Dimension nach Länge und Breite,wird schon dnrch die Meeresbegrenznngen im allgemeinen bezeich-net — die geographische Ausdehnung.
2. Die verticale Dimension nach Höhe nnd Tiefe, diephysikalische Ausdehnung, weil vou ihr die größte Mannigfaltig-keit der physikalischen Naturverhältuisse der Erdoberfläche abhän-gig ist.
Die horizontale Dimension giebt gewöhnlich den Hauptstofffür die elementare politische Geographie ab, welche die verticaleselten berücksichtigt, oder doch niemals ganz durchdrungen hat.Diese zweite Dimension wird gewöhnlich nur in Nebendingen oder