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tische Culturwelt hervorzuheben brauchen. Als Repräsentantender Naturproductiouen haben wir nur die Kokos- oder Sagopalmeund den Tiger für den Osten, wie die Dattelpalme und den Lö-wen für den Westen anzuführen, für die Nord- und SüdweltAsiens aber die Contraste der Moosvegetation mit den Nadelholz-wäldern und dem Rennthiere gegen den Brodfrnchtbaum, dasZuckerrohr, den breitblatterigcn Pisang mit den Elephanten, Rhi-noceroten, Tapirgestalten und Affenschaaren im Süden des Erd-theils.
Solchem unerschöpflichen Reichthum der Naturverhältnisse istauch die Mannigfaltigkeit der Völkerverhältnisse des Erdtheils ingleicher Art gefolgt, der trotz feiner Anssendung von Völkerschaa-ren vom Anfang der Völkerzüge an und in verschiedenenWeltperiodenzu seinen verschiedenen Nachbarerdtheilen hin sich doch keineswegserschöpfen konnte, ja immer noch unendlich reich an einheimischenVölkerindividualitäten geblieben ist, sei es in Racen, Gestalten,Farbe, Lebensweise, Nationalitäten, religiösen, politischen, geselli-gen Corporationen, Staatensystemcn, Culturen, Sprachstämmen,Völkerstämmen u. s. w.; wogegen kciu anderer Erdtheil, rückwärtsbis zu den Uranfängen der Meuschengeschichte, auch nur Analo-gien aufzuweisen im Stande wäre. Asien mußte auch zum Vor-gang und Ausgaug für alle andern Erdtheile von Anfang anausgerüstet und organifirt sein.
Europa, der Occident . Der kleinste der drei Erdtheileder Alten Welt, ist seiner horizontalen Dimension nach in Be-ziehung auf seine Küstencontour am allermannigfaltigsten von allendreien gestaltet.
Nur an seiner Ostseitc wird er von dem großen asiatischenContinent begrenzt; da hat er seine größte Breitenansdehnungvon Süd nach Nord erhalten. An seiner Nord-, West- undSüdseite ist er wie Asien durch Meere umgrenzt. Asien zeigt sichwie eine Wurzel oder wie ein mächtiger Stamm, aus dessen brei-