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MINDERWERTIGE PRÄFEKTEN
Heinrich, in der dieser seinem Bruder gelobt hatte, er wolle „dasEvangelium Seiner Majestät" aller Welt predigen.
An meine Frau schrieb Monts: „Es drängt mich, Ihnen zu den großenErfolgen Ihres Gatten meine herzlichsten Glückwünsche auszusprechen.Ich hatte viel von Bernhard erwartet, aber meine Erwartungen sind nochübertroffen worden. Sie sollten die Leute aller Parteien hier urteilen hören.Einen solchen Tag habe das Parlament seit Bismarck nicht erlebt. Unserewirklichen Freunde jubeln geradezu, nicht zum wenigsten der gehorsamstUnterzeichnete. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie stolz ich auf meinenVorgesetzten Bülow bin. Nachdem sich die kaiserbche Diplomatie so langemit solchen minderwertigen Präfekten wie Caprivi und Marschall hatbehelfen müssen, leben wir auf den äußeren Posten geradezu wiederauf. Indem ich der Himmlischen Gunst auf Ihr und Bernhards Hauptherabflehe, schbeße ich in stets gleicher dankbarer Verehrung als Ihr treuergebener Monts."
Aufrichtig war der Glückwunsch des edlen Großherzogs Friedrich vonBaden , der mir telegraphierte: „Empfangen Sie meinen wärmsten undherzlichsten Glückwunsch zur trefflichen Rede, die Sie zur Flottenvorlageim Reichstag gehalten haben. Es war mir eine wahre Freude, Ihre soklaren, tiefgreifenden Darlegungen zu vernehmen. Möchten Sie durch denErfolg belohnt werden."