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PROMEMORIA
vollzog. Nachdem er die „Süddeutsche Presse“, die sich, nebenbei gesagt,ebensowenig rentierte wie andere frühere Unternehmungen, leidlich ver-kauft hatte, trat er 1873 als Konsul in Smyrna in den Dienst des DeutschenReichs. Von Smyrna war er nach Algier versetzt worden.
Julius Fröbel empfing mich mit sichtlichem Mißtrauen, das ihm inseinem abenteuerlichen Leben offenbar zur zweiten Natur geworden war.Als ich ihn darüber beruhigt hatte, daß ich nicht nach Algier gekommensei, um ihn von seinem Posten zu verdrängen, schenkte er mir zunächstsein Hauptwerk: „Die Wirtschaft des Menschengeschlechts auf dem Stand-punkt der Einheit idealer und realer Interessen.“ Dann kramte er, anfäng-lich zaghaft, dann immer zuversichtlicher, seine Impressionen als Konsulin Algier aus. An der Hand seiner sachlich gründlichen und klaren Mit-teilungen über die Verhältnisse in Nordwestafrika schrieb ich in einer Nachtein Promemoria, das der Botschafter Fürst Hohenlohe später dem Aus-wärtigen Amt einreichte. Den politischen Gesamteindruck meiner Reisenach Tunis und Algier resümierte ich in einem langen Brief an Holstein.