BESUCHER
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Icli mußte wahrheitsgemäß antworten: „Un chef d’ceuvre de tact et definesse.“ Wie zu Crispi, so stand ich auch zu seinem Nachfolger Rudini inden besten persönlichen Beziehungen. Seine kluge und liebenswürdige Frauhatte mich gebeten, ihn recht oft am Vormittag zu einem Spaziergang ab-zuholen, damit er sich die notwendige Bewegung mache. Wenn ich zu ihmkam, fand ich stets sein Vorzimmer voller Menschen. Als wir einmal durcheine zweite Tür das Freie erreicht hatten, sagte Rudini zu mir: „Es sindnicht die Geschäfte, die mich am meisten ermüden, sondern die vielen Be-sucher, die mir so viel Zeit kosten und mich durch ihr Geschwätz umbrin-gen.“ Ich konnte das erst richtig verstehen, als ich selbst Minister wurde.
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