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kommen. Außerdem sind nicht blos in den letzten Jahren reicheLager von Thon- und Brauneisensteinen an der südlichen undwestlichen Gränze der Kohlenfelder (bei Mülheim am Rhein, ander bergisch-märkischen und Steele-Vohwinkler Bahn) aufgeschlos-sen worden, sondern man hat auch zwischen den Kohlenstoßenselbst (bei Dortmund , Sprokhoevel u. s. w.) Ablagerungen vonKohlcneisensteinen entdeckt, ganz ähnlich dem Vorkommen, woraufsich die Größe der schottischen Eisenindustrie basirt. Uebcrdieseignet sich das Ruhrkohlenrevier am besten die reichen undäußerst billig zu fordernden Rotheisensteine der Lahn zu verhüt-ten, indem die Fracht sehr gering ist (von Lahnstein bis Ruhrort etwa 1» Pf. pro Centner) und bei vollständiger Regulirung derLahnschifffahrt oder nach Ausführung einer Lahneisenbahn noch soviel niedriger kommen muß, daß es voraussichtlich eben so vor-theilhaft sein wird, in Duisburg, Mülheim an der Ruhr oderRuhrort die Lahneisensteine zu verhütten, als die Kohleneisensteinedes Steinkohlenreviers selbst. Auf die Verhüttung der Braun-eisensteine sind 1851 bereits 2 Hochofen in Betrieb gekommenund einer zu Borbeck an der Köln-Mindener Bahn auf Roth-eisensteine der Lahn , während 4 andere Hochöfen ihre Erzedamit gattiren. Der Borbecker Hochofen ist bis jetzt der ein-zige in Deutschland , welcher die höchste Produktion belgischer undschottischer Oefen, 50-60,000 Pfund in 24 Stunden, erreichthat; der zweite Hochofen kam Anfang 1852 dort in Betrieb.Zur Verhüttung der Kohleneisensteine werden im Laufe desJahres 1852 die ersten Hochöfen errichtet; die Schmelzver-suche damit sind bereits in großem Maaßstab auf der Königl.Sayner Hütte vorgenommen worden. Und was schließlich dasRuhrkohlenrevier so geeignet macht zur Entfaltung einer groß-artigen Eisenindustrie, dies ist seine geographische Lage und dieVollkommenheit der CommunicationSmittel, wodurch es mit demganzen Vereinsgebiet in Verbindung steht und selbst nach denentferntesten Provinzen, Ost- und Westpreußen (per Rhein undSund) billiger versenden kann, als alle näher gelegenen Eisen-distrikte.
Daß unter diesen Umständen das Wachsthum der dortigenEisenindustrie noch ein so geringes war, hat vornehmlich zweiUrsachen. Erstens sind alle die großartigen Aufschlüsse von Erzen