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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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d. Gußwaaren aus Roheisen.

§. 10. Da, wie wir gesehen, die Gußwaarenerzeugungaus Erzen sich seit Jahren nicht mehr ausgedehnt, sondern eherverringert hat, so ist die Befriedigung des bedeutend gesteigertenConsum'S in diesen Waaren, den namentlich die Maschinenfa-brikation, die Eisenbahnen u. s. w. veranlaßt haben, lediglichden Cupolo- und Flammofengießercien anheimgefallen, welchebei Coaks oder Steinkohlen, mitunter auch bei Holzkohlen oderHolz, das von den Hochöfen gelieferte graue Roheisen um-schmelzen. Die Leichtigkeit mit welcher derartige Anlagen zuerrichten und dem größeren oder geringeren Bedarfe und allenSchwankungen desselben anzupassen sind, so wie der verhältniß-mäßig geringe Kohlenverbrauch und Verlust beim Umgießen,mußten das Emporkommen dieser Gießereien, insbesondere in denvon den Eisendiftrikten entfernteren Gegenden, erleichtern. Dergrößte Theil dieser Gußwaaren wird zur Zeit aus ausländischem,hauptsächlich grauem schottischen Steinkohlen-Roheisen (Nr. 1.)dargestellt, dem man aber gewöhnlich inländisches Eisen von besse-rer Qualität zusetzt.

Wir geben im Folgenden die Produktion der einzelnenHauptbergdistrikte an, und fügen der Uebersicht halber nochmalsdie im vorigen Abschnitt bereits ausgeführten Hochofen-Guß-waaren bet. Es leuchtet dabei ein, wie verschieden die ökono-mischen Grundlagen dieser beiden Zweige der Eisengießerei seinmüssen, da den Hochofengußwaaren der Eisenstein, den Cupol-und Flammosengußwaaren dagegen das Roheisen als Rohmate-rial dient; vom kaufmännischen Standpunkt aus gehören da-gegen die Erzeugnisse beider Branchen in dieselbe Kategorie.

1. Der Brandenburgisch-Preußische Hauptberg-distrikt. Hier hat sich, zuerst angeregt durch die im Jahr1814 durch den Grafen Reden errichtete Königliche Eisengießereiund fortgebildet durch die feit zehn Jahren mächtig aufblühendeMaschinenfabrikation von Berlin , die Gießerei in verhältnißmäßigkurzer Zeit zu einem größeren Umfange entwickelt, als in einemder eigentlichen Eisendistrikte. Der Polizeibezirk Berlin alleinzählte 1850 17 Cupol-, 15 Flamm- uud 21 Tiegelöfen (letzterefür Kunstguß). Die übrigen Gießereien, fast ausschließlich Cu-