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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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also in einem Kreise, dessen größter Durchmesser bis zu 6(1 Mei-len beträgt und wo theilweise zu den Wasserfrachten von 30,40 Meilen noch Landfrachten bis zu 10 Meilen hinzutreten, sodaß die Erze beim Verbrauch mitunter das Sechsfache des Hal-denpreises kommen. Der Hauptpunkt aber, wo die nassauischcnErze im Großen zum Verbrauch gelangen werden, bleibt dasNuhrkohlenrevier, wohin die Fracht jetzt schon billiger ist, alsmanche Hütten, die nur einige Meilen von den Gruben entferntliegen, bei schlechten Landwegen zu tragen haben- Allerdings istdie Kanalisirung der Lahn , oder vielmehr die Erbauung einerEisenbahn von Gießen nach Koblenz, die nothwendige Vorbedin-dung zur völligen Entfaltung des nassauischen Bergbaus. Dennabgesehen davon, daß jetzt die kurze Fahrt auf der Lahn dasZwei- bis Dreisache an Fracht kostet, als die weitere Verschiffungauf dem Rhein auf dreifach längere Strecken, so wären auchgroße Quantitäten mit den bisherigen Transportmitteln gar nichtzu beschaffen, indem die Schiffsahrt auf dieser Wasserstraße oft8 Monate des Jahres gehemmt ist.

Die nassauische Eisenerzeugung findet ausschließlich bei Holz-kohlen statt; auch dürfte es künftighin in der Regel vortheilhafterbleiben, die dortigen Eisensteine nach den Steinkohlenrevieren zuschaffen, als umgekehrt im Herzogthum selbst bei CoakS zu Hüt-ten. Fast alle nassauischen Werke, so wie die anliegenden vonWetzlar und Oberhessen sind sehr günstig in Bezug auf die Erzegestellt. In anderer Beziehung wird dieser Vortheil dagegenvielfach ausgeglichen. So bildet bei den Hütten im Dillthal,obgleich diese überdies die Holzkohlen nicht allzutheuer haben, diegroße Entfernung und die hohe Landfracht bis zu dem Haupt-absatzgebiete, den westphälischen Puddlingwerken, das größte Hemm-niß, während wieder die Hütten näher an der Lahn und amRhein zu hohe Holzkohlenpreise haben, indem in der Nähe solcherKommunikationsmittel und dichtbevölkerter Gegenden der Werthdes Holzes bedeutend steigen muß, auch von den sinkenden Eisen-preisen weniger berührt wird, als in solchen entlegeneren Distrikten,wo der Holzverbrauch und also auch der Holzpreiö zum großenTheil durch die Lage der Eisenindustrie bedingt werden.

Nach den auf Privatwegen unternommenen Zusammenstellun-

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