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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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die Konkurrenz des belgischen und schottischen Roheisens Schuldist, die überhaupt am schärfsten in die Absah- und Preisverhält-nisse des nassauischen, siegenischen, westphälischen und schleidenerEisens eingegriffen hat. Wie bedeutend sich übrigens der Gru-benbetrieb über die Versorgung der eigenen Hütten hinaus aus-gedehnt hat, geht daraus hervor, daß 1834 nur 811,473 Cent-ncr Eisensteine gefördert wurden, 1847 dagegen schon 1,900,945Ecntner. Ersteres Quantum entspricht dem Umfange der dama-ligen Eisenproduktion, letzteres geht um mehr als das Doppeltedarüber hinaus. Wenn übrigens jetzt bereits außerhalb des Her-zogtums 3 biö 400,000 Centner Roheisen aus nassauischen Er-zen dargestellt werden, so ist dieS immer nur als ein unbedeu-tender Anfang zu einer künftigen, dem vorhandenen Erzreichthumentsprechenden Entwicklung zu betrachten; für das zehnfache Quan-tum sind hier Erze auf Jahrhunderte hin vorhanden.

Das hier Gesagte findet in gleicher Weise Anwendung aufdie Gruben der Preußischen Enklave Wetzlar mit der Standes-herrschaft Brannfels, welche einen der erzreichsten Theile des Lahn-gebietes umfassen.

Das nassauische Aerar besitzt mehrere Hütten, die jedochsämmtlich an Private verpachtet sind.

In den letzten Jahren haben 18 Hochöfen in Betrieb ge-standen; es kommen also auf 1 Hochofen 18,250 Centner oderstark die Hälfte mehr als in Preußen .

Für Gußwaaren aus Roheisen waren 1847 5 Kupol-öfen und 1 Flammofen vorhanden; man kann indeß hierauf nichtmehr als 6000 Centner jährlich rechnen.

Der größte Theil des nassauischen Roheisens wird in denKohlenrevieren der Ruhr und Saar verpuddelt, vielfach als Zu-satz zu ausländischem Coakseisen. Im Herzogthum bestanden 1847noch 28 Frischseucr, von denen indeß nur 17 und theil-weise noch dazu in schwachem Betriebe standen. Außerdemsind in der neuern Zeit mehrere Puddlingsöfen angelegt worden;1848 waren 2, 1849 3, und 1850 6 in Betrieb. Dieselbenfeuern mit Saar - oder Ruhrkohlen, einzelne wohl auch mit Braun-kohlen des Westerwaldes. Die Lage des größten Theiles der-selben, insbesondere der Niesterthaler Hütte bei Hachenburg , istfür die Steinkohlenfrischerei ziemlich ungünstig; nur eine Cisen-

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