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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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Brandenburg, Pommern und Preußen , unter Zusatz inländischenRoheisens oder Brucheisens durch Nmschmelzung im Cupol- oderFlammofen zu Gußwaaren oder Maschinentheilen verbraucht wird.Die andere Halste, halbirtes, weißeö und raffinirtes Roheisen,wird auf den Puddlingwerken von Rheinland und Westphalenzur Stabeisenfabrikation verwandt, in der Regel mit Zusatz in-ländischen Holzkohleneisens.

Die Roheiseneinfuhr aus Belgien hat seit dem Vertragvom 1. September 1844 und zwar hauptsächlich in Folge derdarin stipulirteu ermäßigte» Eisenzölle in bedeutender Progressionzugenommen. In der zweiten Abtheilung dieser Schrift werdendiese Verhältnisse genauer besprochen werden, weshalb wir die-selben hier verlassen.

Die Einfuhr von Stabeisen und Eisenbahnschienenfindet zum größten Theil aus England, insbesondere aus Wales ,statt. Die außerordentliche Steigerung der Einfuhr von 1841bis 1847 kommt zum größten Theil auf Rechnung von Eisen-bahnschienen; sie hat seitdem aber fast ganz aufgehört, da dieinländischen Walzwerke jetzt weit mehr als den Bedarf zu liefernvermögen. Die Einfuhr aus Belgien ist nur in den 4 Jahren1844 bis 1847 gelegentlich einiger Schienenlieferungen von Be-deutung gewesen. Auch aus Schweden geht etwas Stabcisen indie östlichen Provinzen Preußens ein.

Von Stahl werden bedeutende Quantitäten importirt, zumTheil aus englischem (Sheffielder) Gußstahl, zum Theil aus stei-rischem Schmelzstahl bestehend; von letzterer Sorte geht auch eini-ges aus Schweden ein. Leider hält unsere Statistik den Stahlnicht vom Stabeisen getrennt. Die Gesammteinfuhr ist durch-schnittlich auf 40 bis 50,000 Centner im Jahr anzunehmen.

Auch iu Kleineisen, Fayoneisen, Blech, Drahtu. s. w, kommt fast der ganze Import aus Rechnung Englands .Das bedeutende Steigen der Einfuhr in ven Jahren 1843 bis1847 hängt mit den Eisenbahnbauten zusammen; es wurden da-mals namentlich viele Tyres (Radkranzeisen) und Achsen einge-führt. Von Blech gehen starke und große Kesselbleche, dann Guß-stahlbleche und Weißbleche ein; in Draht meistens feine Sorten,insbesondere Kratzendraht, Stahldraht für Nähnadelfabrikatiou,Klaviersaiten u. s. w.

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