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eisen verschmelzen. Auch im Oldenburgischen sind gut eingerich-tete Gießereien, z. B. in Varel .
Auf die Stabeisenerzeugung kann man gegenwartig 70,000Centner im Jahre rechnen, außerdem gegen 200 Centner Blech,1000 Centner Draht und 500 Centner Rohstahl. Die Frischereifindet bei Holzkohlen statt; im Harz werden vielfache Versuchegemacht, das Puddeln bei Gasen durchzuführen.
Bei Gelegenheit der Besprechung der hannöverschen Zollan-schlußfrage kommen wir auf die Lage der dortigen Eisenindustriezurück, wollen hier jedoch in der Kürze eine Berechnung desEisen-Consums im Steuerverein (Hannover u. Oldenburg )geben, der außer den hannöverschen Hütten keine Hochösen wei-ter besitzt. Die Einfuhr betrug dort im Durchschnitt der zweiRechnungsjahre von Mitte 1846 bis Mitte 1848 416,000 han-növersche Centner; die Aussuhr alten Eisens und Guß- undEisenwaaren (vorzüglich nach Holland ) ist zu 30,000 Centner zuveranschlagen, bleibt also Mehreinfuhr 386,000 hannöv. Centner,worunter gegen 60,000 Centner Roheisen"). Die ganze Mehr-einfuhr auf Roheisen reduzirt ergäbe demnach 460,000 Centner;zuzüglich der hohen Produktion des Jahres 1847 von 139,000Centnern**) stellt sich also der ganze Eisen-Consum des Steuer-vereins auf 619,000 hannöv. Centner, oder bei einer Bevölkerungvon 2,050,000 Seelen, auf 30,2 Pfund pro Kopf. Seitdemist die Einfuhr ähnlich wie im Zollverein gesunken (18^ nurnoch 395,000 Centner), so daß gegenwärtig die Consumtion etwa3—4 Pfund pro Kopf niedriger stehen mag, als 1847. ImZollverein fanden wir für den Durchschnitt 18»^ 26,6 Pfundund speziell für das Jahr 184 7 30,67 Pfund.
Der Eisenbahnbau hat in den letzten Jahren im Steuer-verein noch etwas mehr Eisen pro Kops in Anspruch genommen,als im Zollverein, nämlich für etwa 8 — 9 Meilen jährlich(1847 fast das Doppelte), zuzüglich der Unterhaltung, gegen 9
*) Hiervon etwa 10—12,000 aus den dem Zollverein angeschlossenenhannöverschen Gebietstheilen.
") Die Produktion der dem Zollverein angeschlossenen Theile kaun hiernatürlich nicht in Betracht kommen, da der Theil davon, welcher nicht imZollverein bleibt, bei der Einfuhr in Anschlag gebracht ist.