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für Eisenbahnen ermöglichten außerordentlichen Erweiterung desBetriebs und der verstärkten inneren Konkurrenz.
Was dagegen die Preisschwankungen anbetrifft, so ha-ben sie — von den kriegerischen Ereignissen zu Anfang diesesJahrhunderts, den Erschütterungen der letzten Jahre und den Rück-wirkungen übertriebener Speculationen oder finanzieller Krisen ab-gesehen, — nur einen Hauptgrund, nämlich die Entstehung derEisenbahnen. Was gewöhnlich als Ursache des außerordent-lichen Sinkens der Preise mit Anfang der vierziger Jahre ange-geben wird, nämlich das Stocken des Absatzes nach den Vereinig-ten Staaten , war in der That nichts mehr als ein Anstoß, wel-cher den Ausbruch einer bereits vorbereiteten und unvermeidlichgewordenen Krise etwas beschleunigte. Denn wenn auch bei ei-nem ziemlich regelmäßigen Absatz Englands nach Nord-Amerika von etwa 96,000 Tons Eisen im Durchschnitt der fünf Jahre48zz, dieses Quantum sich im Jahre 1843 plötzlich auf 38,000Tons verminderte, so konnte doch eine Differenz von 58,000Tons unmöglich den Ausschlag geben, wo es sich um die Ver-werthung einer jährlichen Produktion von mehr als 1-'z Millio-nen Tons handelte. Der bedeutende Mehrabsatz nach Deutsch-land überstieg zudem jenen Aussall schon fast um das Doppelte.Ueberhaupt war der Absatz im Jahre 1843 stärker als in denVorjahren. Allerdings war das eingetretene Sinken der Preiseeine der Ursachen, weshalb das Ausland mehr Eisen bezog, alleinauch bei den Durchschnittspreisen der vorhergegangenen Jahre,hätte der Export sicherlich das frühere Durchschnittsquantumerreicht.
Es sind also keine äußern Verhältnisse, die jenes unerhörteSinken der britischen Eisenpreise veranlaßten, sondern es laglediglich in einer noch über den gestiegenen Bedarf hinausgeeiltenErzeugung. Hierzu hatten aber die Eisenbahnen' die unmit-telbare, ja, wir dürfen sagen, die nothwendige Veranlassung gege-ben. In der kurzen Frist weniger Jahre trat hierdurch ein soplötzliches Steigen des Eisenbedarfs ein, wie wir ähnliches nochselten in einem Industriezweig erlebt haben. Von einem Eisen-bedarf Großbritanniens von etwa 50 Pfund pro Jahr und Kopfzur Zeit der Erbauung der Bahn von Liverpool nach Manchester im Jahre 1829 hat sich derselbe binnen zwanzig Jahren auf