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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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Bei diesen Preisen, erhöht durch den Eingangszoll von 10 Sgr.pro Centner (Thlr. 3, 3. 5 Pf. pro 1000 Pfd.), hat sich nunallerdings das schlesische Coaksroheisen zu Loco-Preisen von durch-schnittlich Thlr. 1. 10 Sgr., das Holzkohlenroheisen aber nur zuThlr . 1. 15 Sgr. erhalten können. 1843 stanven die Preise inSchottland und Schlesien ganz ebenso. Der im Jahr 1844 auf-gelegte Zoll hat also thatsächlich keine absolute Vertheuerung ver-ursacht, wohl aber dürfte er ein weiteres Sinken verhütet haben,als ohne Zoll seit 1848 eingetreten sein würde. Indem der Satzvon 10 Sgr. also das Festhalten eines Preisverhältnisses gestat-tete, wobei (die zu ungünstig gelegenen oder schlecht eingerichtetenHütten abgerechnet) noch ohne effektiven Schaden produzirt wer-den konnte, darf man ihn, als für die Verhältnisse Schlesiensgenügend, ansehen- Allerdings ist es nicht möglich gewesen, selbstzu diesen niedrigen Preisen gehörigen Absatz zu erzwingen. Alleindies war offenbar Folge der Verbrauchsverminderung und über-haupt der Geschäftsstörung, welche die politischen Unruhen von1848 im Gefolge gehabt haben. Niemand aber wird von einerhandelspolitischen Maaßregel erwarten, daß sie derartige Handels-krisen abhalten oder ihre Folgen vollständig Paralysiren könne.Jedenfalls wird die Wiederkehr günstiger Handelsverhältnisse dietraurige Lage der schlesischen Eisenindustrie in ungleich höheremMaaße verbessern, als Zollerhöhungen dazu im Stande seinwürden.

Am Schlüsse dieser Schrift wird übrigens erörtert werden,wie sehr gerade bei der schlesischen Eisenindustrie die geographischeLage des Produktionsgebietes an den Grenzen zweier dichtver-schlossenen Gebiete Oesterreich und Rußland ihr Schutz-bedürfniß steigert, und wie sich hier gerade durch handelspolitischeMaaßregeln, die in entgegengesetzter Richtung von Zollerhöhungenliegen, eine ungemeine Besserung ihrer Verhältnisse erzielen ließe.

Es muß hier schließlich noch bemerkt werden, daß es eineTäuschung wäre, der Frage des Roheisenzolls in Schlesien einegeringere Wichtigkeit beizulegen, wie für andere, z. B. die rhei-nischen und westphälischen Eisendistrikte. Allerdings bringt Schle-sien verhältnißmäßig wenig Roheisen in den Handel; der beiweitem größte Theil wird auf den mit den Hüttenwerken ver-bundenen Gießereien, Holz- und Steinkohlensrischereien weiter