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hat sich fast aus keinem Theile des Zollvereins der Ruf nach Er-höhung der Roheisenzölle dringender vernehmen lassen, als ausdem sächsischen Erzgebirge . Dagegen wird kein Schutzzoll aufdie Dauer etwas helfen, wenn nicht die Eisenbahn nach demZwickauer Steinkohlenrevier baldigst zur Ausführung gelangt.
Nach vielfach gescheiterten Bemühungen darf man es jetztals entschieden ansehen, daß in den Steinkohlenrevieren selbst, ins-besondere in der Umgegend von Zwickau , eine sächsische Coaks-eiseninduftrie festen Fuß fassen wird. Allerdings lag der Haupt-grund von der bedrückten Lage der Holzkohleneisenindustrie weni-ger in den Kohlen-, als in den Erz-Preisen. Allein auch in Be-zug auf die Erze sind vielfache neue günstige Aufschlüsse in grö-ßerer Nähe des Steinkohlenreviers gemacht worden. Die neuenCoakshochöfen beziehen die zu einem Centner Roheisen erforder-lichen Erze zu 15 Sgr. und die Coaks zu 17^ Sgr., so daßalso die Produktionskosten auf etwa Thlr. 1. 12-^ Sgr. oder 3^ Sgr.mehr als in Schlesien kommen. Dagegen ist die Lage Sachsensmindestens um den gleichen Betrag günstiger für den Absatz,als die Oberschlesiens , so daß die innere Conkurrenz der größe-ren Entwicklung einer sächsischen CoakSeisenindustrie nichts in denWeg stellen wird- Auch schützt der Zoll von 10 Sgr. dieseEntwicklung in ganz genügender Weise, und nur für die Holz-kohleneisenerzeugung erscheint er nicht ganz zureichend.
4. Würtemberg.
Im Königreich Würtemberg ist wie oben (§. 15.) erörtertder ganze Hüttenbetrieb in den Händen des Aerars. Als Brenn-material werden bloß Holzkohlen verwandt; da es nicht unwahr-scheinlich ist, daß die Holzkohlenpreise mit der Zeit noch mehrsteigen werden, als dies bisher in dem dichtbevölkerten Lande be-reits statt fand, ein Uebergang auf Coaks aber bei den großenEntfernungen von den rheinischen Steinkohlenbezirken nicht mög-lich ist, so erscheint die Zukunft des würtembergischen Hüttenbe-triebs allerdings etwas gefährdet. Die würtembergischen Hütten-werke sind bekanntlich gang vorzüglich und nach den neuestenMethoden eingerichtet, und werden sehr gut verwaltet und be-