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6. Churhessen.
Die wenigen landes- und standesherrlichen Werke in Chur-hessen arbeiten unter sehr verschiedenen Verhältnissen. Einzelnedavon, z. B. die im Spessart belegenen, erzeugen sicherlich einso wohlfeiles Eisen, wie wenige Holzkohlenhütten des Continentöund wären befähigt, auch unter einer weit stärkeren Konkurrenz desfremden Coakseisens den Betrieb fortzusetzen. Andere dagegen,namentlich die im nördlichen und westlichen Theil belegenen, habentheurere Erze und Kohlen, so daß selbst bei der vorzüglichstenLeitung der Zoll von 10 Sgr. vor der Hand eine nothwendigeBedingung ihres Fortbetriebs ist. Daß er soeben genügt, beweistder Umstand, daß auch in den letzten Jahren, wenn auch mithöchster Anstrengung, noch ein kleiner Gewinn von dem Betriebder ärarischen Werke erübrigt ward, obgleich die Roheisenpreisepro 1000 Pfd. um 1 bis 1^ Thlr. tiefer gesunken sind, als sieselbst in dem kritischen Jahre 1843 standen. Der Uebergang aufden Hüttenbetrieb bei Coaks ist voraussichtlich für Churhessen un-durchführbar.
7. Grosiherzogthum Hessen.
Im Großherzogthum Hessen haben die Eisenwerke der Pro-vinz Oberhessen meistens große Vortheile in den außerordentlichreichhaltigen leichtschmelzbaren Roth- und Brauneisensteinen, diein dem Lande selbst oder in dem benachbarten Nassauischen gefördertwerden. Die Kosten der Erze auf den Centner Roheisen mögendurchschnittlich nicht über 14 Sgr., bei einzelnen nicht über 10 Sgr.kommen. In dieser Beziehung sind also wenige Werke in Deutsch-land gleich günstig gestellt. Die Holzkohlen dagegen sind theuerund kommen gewöhnlich bis zu 1 Thlr . pro Centner Roheisen;einzelne Werke im hessischen Hinterland bezahlen als Minimumetwa Sgr. Die Erze zu 13 Sgr., Kohlen zu 26 Sgr. undsonstige Kosten zu 10 Sgr. angenommen, betragen also die durch-schnittlichen Selbstkosten eines Centners Roheisen Thlr . 1. 19 Sgr.,welcher Preis aber seit 1849 nicht mehr erzielt worden ist. Aller-