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Puddlingwerke mit Hochofenanlagen verbunden sein werden fälltdiese Ursache der Schutzbedürftigkeit hinweg und wird überhauptdie Periode eintreten, wo wesentliche Ermäßigungen des bisheri-gen Stabeisenzolls von 14 Thlrn. durchgeführt werden können.Hierin liegt auch die Ursache, weshalb die Ausdehnung der in-ländischen Coakshütterei so sehr im Interesse auch derjenigenPuddlingwerke ist, die bisher ausländisches Roheisen verfrischen,weshalb folglich der Roheisenzoll ihnen nicht feindlich ist, sondernerst die Möglichkeit gewährt, eine sichere Basis der Konkurrenz-fähigkeit für alle Zukunft zu gewinnen, die sie bis jetzt keines-wegs besitzen.
Indem wir nachgewiesen haben, daß der Stabeisenzoll von14 Thlrn. selbst für jene Puddlingwerke nicht überflüssig hoch ist,bedarf es keiner besonderen Vergleichung mehr mit den Verhält-nissen der auf inländisches Roheisen gegründeten Stabeisenpro-duktion, denn die in Schlesien und an der Saar gelegenen mitCoakshochöfen verbundenen Puddlingwerke haben thatsächlich theurerproduzirt als die vorher in Rede stehenden Werke, so lange die-selben belgisches Roheisen zu 5 Sgr. Zoll und zu so außeror-dentlich niedrigen Preisen wie seit 1848 beziehen können; erstmit dem gleichmäßigen Zoll von 10 Sgr. wird für beide einegleichmäßige Grundlage erreicht sein. Daß aber die Puddling-werke in den Holzkohleneisendistrikten und überdieß die Holzkoh-lenfrischereien, die im außerpreußischen Zollverein immer noch dasUebergewicht haben, in noch nachtheiligerer Lage sind, liegt auf derHand. Hierbei steigen die Erzeugungskosten noch bis zu 5 Thlrn.vom Centner und wenn das Holzkohlenstabeism auch weit theu-rer bezahlt wird, ja bei Zollfreiheit in gleicher Qualität nichtwohlfeiler vom Auslande bezogen werden könnte, so schmälertihm doch schon die innere Konkurrenz des Puddlingeisens derge-stalt den Absatz, daß die Frischfeuerzahl sich täglich vermindert.Bei dem außerordentlich mäßig zugemessenen Roheisenzoll von1V Sgr. geht diese Auflösung einer uralten Industrie ohnedießso rasch vor sich, daß es unverantwortlich wäre, durch einen un-genügenden Stabeisenzoll diesen Prozeß noch mehr zu beschleunigen.
Es ist übrigens durch die Preisverhältnisse gerechtfertigt,die Eisenbahnschienen in diese Categorie aufzunehmen, wie-wohl das sonstige fa?onirre Eisen 3 Thlr. zahlt.