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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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auch hier ein gleicher Zollsatz gegen beide Länder sich empfiehlt.Seit dem 1. Januar 1852 ist der Stabeisenzoll gegen Belgien auf Thlr . 1. 11^ Sgr. erhöht, steht also jetzt nur noch Sgr.niedriger als der Normalsatz.

Indem wir also die vorläufige unveränderte Bei-behaltung des bestehenden Stabeisenzolls für die ge-genwärtige Entwicklun gsperiode als gerechtfertigt erachten,wollen wir schließlich noch auf eine Anomalie in der jetzigen Ta-rifirung aufmerksam machen. Es betrifft dies das alte Schmiede-eisen, welches bisher wie Roheisen nur 10 Sgr. zahlt, währenddoch Luppeneisen den vollen Stabeisenzoll von Thlr . 1. 15 Sgr.trägt. Seit die alten zum Umwälzen bestimmten Schienen inso bedeutenden Mengen vorkommen, erscheint es nothwendig undfolgerecht, das alte Schmiedeeisen ebenfalls mit dem Satz fürStabeisen zu besteuern, falls man ihm nicht etwa mit dem Luppen-eisen (wovon indeß nur sehr unbedeutende Einfuhr stattfindet)eine Mittelstellung zwischen Roh- und Stabeisen, anweisen will.

INI. Die Besteuerung der übrigen Eisen-fabrikate.

K. 50. Obgleich das Hauptinteresse der Produzenten sowohlals der Consumenten sich auf die Roh- und Stabeisenzölle be-schränkt, soll doch die sonstige Besteuerung der Eisenfabrikate eben-falls kurz besprochen werden.

Was zuerst das Kleineisen unter ^ Quadratzoll Quer-schnitt betrifft, das seit dem 1. September 1844 Thlr. 2. 15 Sgr.zahlt, während es früher bald mit dem Grobeisen nur 1 Thlr.,bald mit dem Faxoneisen 3 Thlr. zahlte, so bedars es keiner wei-teren Erörterung, daß dieser Zollsatz überflüssig hoch ist und ver-hältnißmäßig noch weit mehr als der Stabeisenzoll schützt.

Umgekehrt verhält es sich mit den Zöllen auf Stahl. Daßalle Sorten, vom Rohstahl an, der etwa das Doppelte, bis zumfeinen Gußstahl, der das Vier- bis Sechsfache des gewöhnlichenStabeisens kostet, den gleichen Zollsatz mit diesem tragen, ist anund für sich die größte Inkonsequenz. Vollkommen widersinnigwird es aber, den Stahl in kleineren Dimensionen von der vor-