gefunden, wie wir sie als die für unsere Verhältnisse passendenbefürworten. Uebrigenö sind wir weit entfernt jede gewerblicheEntwicklung, die unter der Herrschaft eines Zollsatzes stattfand,gerade dessen alleiniger Einwirkung zuschreiben zu wollen. Beider günstigen natürlichen Grundlage, welche die Coakseisenerzeu-gung in Großbritannien hat, bei dem Unternehmungsgeist derNation und ihrem großen Kapitalbesitz, dürfte auch wohl unteretwas veränderten Zollmaßregeln ziemlich dasselbe Resultat heraus-gekommen sein. Auch kann ein Zoll nur da wirken, wo er noth-wendig ist, und dieß war bei der Lage der britischen zur kon-tinentalen Eisenindustrie schon vor der geschehenen Reduzirungder englischen Eisenzölle kaum mehr der Fall. Nur brauche manden Hinweis auf die Entwicklung der englischen Eisenindustrienicht als Beweis gegen die Wirksamkeit von Zöllen, wie wirsie vertheidigen; denn eine solche Behauptung ist thatsächlich falsch.Der Prohibition aber reden auch wir das Wort nicht, bezeich-neten sie vielmehr bei Oesterreich als eine der Hauptursachen derzurückgebliebenen Entwicklung des Eisengewerbes.
Die außerordentliche Entwicklung der belgischen Eisenin-dustrie ist man dagegen berechtigt zum grüßten Theil als direkteFolge der Zollerhöhungen von 1843 zu bezeichnen. Die Krisishörte dort sofort auf, während sie für Deutschland noch bisEnde des nächsten Jahres dauerte, und als unmittelbarste Folgeder Zollerhöhung bildete sich eine Aktiengesellschaft nach der andernund brachte so binnen wenigen Jahren die belgische Eisenindustrieauf ihre jetzige Höhe, wo sie sicherlich den Eisenconsumenten, derGesammtheit, größeren Nutzen gewährt als den Eisenwerkbesitzernselbst. Dieß Faktum ist vernünftigerweise gar nicht in Abredezu stellen.
Unter den deutschen Verhältnissen war nun gar nicht zuerwarten, daß die Entwicklung so rasch vor sich gehe, daß dieConsumenten in so außerordentlich kurzer Zeit wie in Belgien jeden Beitrags zur Förderung der inländischen Eisenindustrie über-hoben würden. Und dennoch kann die seit 1844 stattgesnndeneEntwicklung nur befriedigen, wenn man die hemmenden Einwir-kungen mit in Anschlag bringt.
Wir haben seit jenem Zeitpunkte zwei Perioden zu unter-scheiden. Die erste geht von Ende 1844 bis 1847, wo die Zoll-