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bald im Stande sein werden, gleich billig ja noch billiger zu lie-fern, wie das Eisen zollfrei vom Ausland bezogen werden kann.Denn so wenig sie entstehen würden, stände der Schutzzoll nicht ausmehrere Jahre in Aussicht, so wenig rechnet ein Unternehmerheut zu Tage auf eine ewige Dauer der Eisenzölle.
Ja es steht nicht bloß zu erwarten, daß die inländische Pro-duktion vollkommen so wohlseil liefern wird als das Eisen zoll-frei vom Ausland bezogen werden kann, sondern daß die Preisenoch tiefer sinken. Denn wenn England und Belgien auch fürdie Versorgung der nördlichen und westlichen Grenzländer sehrgünstig gelegen sind, so ist doch durchschnittlich die Fracht vonden inländischen Eisenwerken nach den Verbrauchsorten weit ge-ringer, als die Fracht von jenen Staaten aus- Sowie also Bel-gien theurer produzirt als Schottland , und doch der billigerenFrachten halber demselben für einen großen Theil des Vereins-gebietes in der Konkurrenz vollkommen gleichsteht, so mögen diedurchschnittlichen Produktionskosten des inländischen Eisens immeretwas höher als die des ausländischen bleiben, während jenesdoch dem Konsumenten billiger zu stehen kommen wird als dieses.Würden z. B. di« Selbstkosten des Coakseisens im Ruhrreviernicht unter 9 Thlr. pro 1000 herabzubringen sein, (wiewohl ausder Hand liegt, daß dieß geschehen wird) so ständen sie aller-dings noch 2 Thlr. höher als die des schottischen Roheisens, unddoch würde letzteres, mit Hinzurechnung der Fracht von Glasgow ,selbst bei zollfreiem Bezug in dem Absatzgebiet der Ruhrhüttenum mehr als 1 Thlr. theurer kommen, als das inländische Roh-eisen. Wenn deshalb die Gegner der Eisenzölle die Interessender Konsumtion durch den freien Bezug ausländischen Eisens ambesten gewahrt glauben, so mag dieß wohl für die nordöstlichenKüstenländer seine Richtigkeit behalten, im Allgemeinen aber sicher-lich nicht. Gerade der verhältnißmäßig geringe Werth diesesgewichtigen Halbfabrikats weist jedes Land darauf hin, wo mög-lich das eigne Bedürfniß durch die eigne Erzeugung zu decken,während bei leichteren beziehungsweise theueren Erzeugnissen dieFrachtfrage verhältmßmäßig an Bedeutung verliert. So magz. B. die Jserlohner Bronccwaaren-Fabrikation eine ganz gesundeBasis haben, obgleich ihr Kupfer meist aus Falun oder aus demUral herbeigeschafft wird, während für die Ennever-Straße, für