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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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und der Zoll von 5 Sgr. Reiz genug gewähren. Allein weileben die Menschen keine Automaten sind, weil je nach den ver-schiedenen subjektiven Grundlagen die Wirkungen derselben Maaß-regel auch mit Nothwendigkeit verschieden sein müssen, deshalbkann es weder allgemeine Regeln noch Formeln geben, um fürein zu erzielendes Resultat ein allgemein gültiges Mittel aufzu-finden. Wie in Belgien , so tritt es auch bei uns unzweifelhafthervor, daß trotz der vorhandenen die künftige Konkurrenzfähigkeitganz sicher stellenden Grundlagen, die deutsche Eisenindustrie nurunter Beihülfe des Schutzzolls ihren Entwicklungsgang durch-machen wird.

Betrachten wir nun das LooS, welches der Theil der be-stehenden Werke zu erwarten hat, wo je nach der Lage oder dergeringen Produktion eines Eisendistrikts von Eisenbahnanlagenu, dergl. keine Rede sein kann, wo also die in den Selbstkostenenthaltenen Frachtbeträge keine oder doch nur unbedeutende Ver-minderungen mehr zu erwarten haben, so werden diese durch dasFortschreiten der inneren Coakseisenerzeugung in zwiefacher Weiseberührt. Die direkte Einwirkung der steigenden Produktion undder sinkenden Preise des inländischen CoakSeiscns kann nur nach-theilig auf ihre Preise und ihren Absatz einwirken, ganz analogder ausländischen Konkurrenz; ja die Einwirkung wird noch dar-über hinausgehen, sobald (und dies steht schon in den nächstenJahren zu erwarten) die inländische Mitbewerbung stärker alsdie ausländische geworden ist. Allein auf der andern Seite stehtzu berücksichtigen, daß die inländische Coakseisenerzeugung nichtblos im Wege ganz neuer Anlagen vor sich geht, sondern zueinem großen Theil durch Umwandlung der bestehendenHolzkohlen-Hochöfen; die projektirten Eisenbahnanlagcn zurVerbindung .der Erz- und Kohlenreviere haben in erster Ordnungdiese Tendenz. Nehmen wir das siegensche Revier nach Vollen-dung der Sieg-Nuhrbahn zum Beispiel, so wird hier allerdingsdas Coakseisen um 10 Sgr. vielleicht billiger erzeugt werden kön-nen, als früher das Holzkohleneisen. Allein hierdurch werdenfür die in weit geringerer Zahl fortbestehenden Holzkohlenhochöfengrößere Quantitäten Brennmaterial zu den billigsten Preisen dis-ponibel; indem man nun die kurzen Campagnen verlängert, unddie jährliche Produktion eines Hochofens verdoppelt, sinken die