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Holzkohlen zu verwenden, keine Frage des eigentlichen technischenFortschritts, sondern eine rein ökonomische; man verwendet ganzeinfach das Brennmaterial, welches am wohlfeilsten ist. Kämees thatsächlich vor, daß die Hüttenbesitzer fortführen, mit Holz-kohlen zu Hütten, während ihnen billigere Coaks zu Gebote stehen,dann allerdings machten sie sich einer großen Nachlässigkeit schul-dig und der Schutzzoll wäre gerichtet, ließen sich solche Resultateauf sein Conto bringen. Allein ist dieß etwa der Fall? Sicher-lich nicht, oder doch nur in einzelnen Ausnahmesällen, wie sieunter jedem handelspolitischen System vorkommen. Wo heut zuTage ein Holzkohlenhüttenbesitzer im Nebergang auf Coaks zögert,da ist blos schuld, daß sie noch theurer sind; kein Mensch kannihm ein Zurückbleiben vorwerfen, wenn er wartet, bis Eisenbah-nen oder sonstige Transportmittel die Coaks billiger gemacht habenoder wenn er — falls dieß nicht zu erwarten steht — sich amHolzkohlenbetrieb hält und für dessen Eristenz kämpft, so langees eben noch geht.
Einen andern Vorwurf hat man von technischem Standpunkteaus der verhältnißmäßig geringen Produktion unserer- Hochöfenableiten wollen. Allein es ist geradezu unvernünftig, zwischen derProduktion von Coaks- und Holzkohlenhochöfen eine derartigeParallelle ziehen zu wollen. Die Letzteren produzirten weder inEngland noch in Belgien oder Frankreich ansehnlich mehr alsbei uns. Sie sind und waren überall durch das disponible Holz-kohlenquantum beschränkt, und es mußte gerade aus ökonomischenRücksichten sehr häufig vortheilhafter erscheinen, eine größere Zahlkleinerer Hochöfen an verschiedenen Punkten zu erbauen, oder kür-zere Zeit zu Hütten, als für große Oefen mit langer Hüttenzeitdie Holzkohlen von soviel weiter herbei zu holen. Denn man ver-gesse nie den Unterschied, daß auf einem einzigen Punkte, auseinem Schacht, soviel Steinkohlen gefördert werden können, daßder Holzbestand von 2l) und mehr Quadratmeilen nicht hinreichendwäre, ein gleiches Quantum Erze auf die Dauer zu verhütten.Hierin liegt die natürliche Erklärung, weshalb es erst durch denCoakshüttenbetrieb ökonomisch vortheilhaft geworden ist, möglichstgroße Hochöfen zu erbauen. Was aber unsere Coakshochösenbetrifft, so sind die schlesischen wegen der Beschaffenheit derdortigen Brauneisenerze und Kohlen nicht in sehr großen Di-