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Vorakademische Buchdruckergeschichte der Stadt Halle : eine Festschrift / von Gustav Schwetschke
Entstehung
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außer Zweifel, daß unsre Stadt schon in den letzten Dccennicn desfünfzehnten Jahrhunderts einer bedeutenden typographischen Thätigkeitsich zli erfreuen gehabt habe; jene Angabe ermangelt jedoch gänzlichjeder näheren Begründung, so daß sie nur als der Ausfluß eines zuweit getriebenen Eifers für den Ruhin und den literarischen ^ Namender Vaterstadt zu betrachten ist.

Allerdings genoß Halle schon seit Jahrhunderten eines nichtunbedeutenden Ztnsehens und eines vorzugsweise durch seinen Salz-Handel blühenden Wohlstandes, aber gerade die Hallischen Zustandedamaliger Zeit waren in keiner Weise geeignet, einwandernden Typo-graphen Aussicht auf gewinnreiche oder nur ungestörte Betreibungihrer Kunst darzubieten, wahrend der benachbarte UniversitätsortLeipzig , mit welchem Halle überdies einen langjährigen, wiewohlunblutigen Zwist wegen des.Neujahrsmarktes nährte, ungleich größereVortheile gewähren konnte, was auch von Seiten des unfern gelege-nen Magdeburgs der Fall gewesen seyn muß; der Nähe der Univer-sitätsstadt Erfurt und des bischöflichen Sitzes Merseburg , wo, wiespater anzuführen, wahrscheinlich ganz besondere Umstände die sofrühe Errichtung einer Officin veranlaßten, nicht zu gedenken.

Vorzüglich wareil es in Halle innere Zerwürfnisse, eine biszum Aeußcrsten, sogar bis zu gewaltsamer Einmischung der erzbischöf-lichcn Regierung gediehene Spaltung zwischen Rath und Pfännerschaft,und dann die Persönlichkeit des Landesherrn, des jungen ErzbischofsErnst, so wie der beinahe die letzten Decennien des 15. Jahrhunderts