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Zwei Reden an Kaiser und Reich / von Johannes Sleidanus. Neu hrsg. von Eduard Böhmer
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untur in vicinos et socios et collegas, ejusdem ortus et pa-triaB, sanguinis etiani propinquitate commendatos ? Si peccant

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gebildet, und leret 1 in dem , wie er sich gar nit ärgeren,noch entsetzen, sonder Got dem almechtigeu die ehr gebensoll, des fiirsichtigkeit in allen dingen grandlos, und mitmenschlicher vernunfft keins wegs zu begreiffen ist. Und die-weil die sach so wichtig ist, wie sie selbs bekennen, wie mei-nen sie dann etwas früchtbarlichs darinn zu handien on vor-gehende schrifft? In allen freien künsten hatt man etlichesichere, ongezweiffelte regeln , die nit können fälen (manheisset sie Maximas) die müs man anfenglich wissen und le-ren 2 , auch durch und durch denselben nachvolgen. In demjetzigen handel, so etlichen duncket verworren sein, müs manauch denselben 3 zft entscheiden, dise regel und Maxiuiatn, einmal gewiülich halten, nämlich, Das derjhenig, deshalben sichheatigs tags in der Christenheit, vorab im Reich TeutscherNation, oneinigkeit erhält (denn das haupt der weltlichenOberkeit, und den gantzen vermeinten Geistlichen standt, hater im mit eid verpflicht, daher dann der zweispalt entstehet,dieweil sie ihn nit wol (dörffen noch können verlassen) vondem Apostel Paulo, und sonst an vilen örtern der schrifft, einwiderwertiger Gotis, ein Neben oder Abgot, ein mensch derSünden, ein verloren kind, ein gewaltiger lugner, ein verfurer,ein gros[57]se dirn, die alle weit vergiftet, genant wirdt, derauch nit on gros verwundern der gewaltigen, so es mit im

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gehalten, erschröcklich von Got dem rechtfertigen, heimge-sucht, und zu boden gestossen werden solt. Wenn wir diseMaximam haben, und derselben, wie dann von nöten, nach-volgen , ists ja clärlich am tag, wie man sich yetz, so seinjamer, und in der schrifft gemelt onglück, angehet, gegen imerzeigen , auch was man von der lere, so in dermassen zuschänden machet, und nach Weissagung der schrifft, also ge-waltiglich umbstosset, halten soll. Und auf dise meinungwäre mit denen zu handien, so nit eigensinnig seind. Wiesolt man aber die achten, die gegen ir eigen gewissen freven-

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1 lernet. 2 lernen. 3 umb in statt dens.