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Zwei Reden an Kaiser und Reich / von Johannes Sleidanus. Neu hrsg. von Eduard Böhmer
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causam istam a mnltis nunc annis, non habita ulla rationepericulorum, adeo constanter et mascule tuontur.

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fcltig anbringens, in grosser Ungnaden, etliche zeit gestandenist, aüff irer meinung, vom ersten anfang bis auff heutigentag, onangcsehen alier gefahr und perickel, so hefftig beharrenund bleiben.

Es sollen auch alle fridliebende, güthertzige leut, denHerren ernstlich bitten und ansuchen, E. M. in angefangenerund verhoflicher erkantnis zu stärken, auch die gnad ver-leihen, das E. M. selbs die Schrifften lese, und mit gotsförch-tigen hertzen anmercken, damit E. M. den hypocrischeu häuften,und ire gute oder böse räth erkennen mög. Denn wo iemandist under allen E. M. rathen, der E. M. zu lesung der Schrifft,dergleichen zu fretint und fridlicher hand[62]lung in disersachen , nit von wegen der gelegenheit der zeit, oder umbeiniger eusserlicheu nutzbarkeit, sonder allein umb gotteswillen ermanet, den selben mag E. M. frei, kimlich, als einentewren und trewen dieuer lieb und werd halten. Neben an-deren fugenden, so in vilen vorigen Keiseren und Königengefhumet werden, findet man offt, das sie den guten kfinstenund der lere auch geneigt waren , und vorab , das sie sichallerlei historien erkennen, bemühet haben , ir regimentund herrschung, desto vorsichtiger und besser auszüfüren. Sonu solcher fleis und ernst, auch bei den Heiden gewesen ist,wie vil mehr sollen sich alle Christliche Potentaten, ietzigerzeit befleissen , gegenwertige sach, an wellicher alle unserewolfart gelegen ist, aus der Schrifft grüntlich zu erkennen?

Und ob es gleich nit die gewonheit und brauch der hoffsein mag, das sol E. M. nit ansehen. Es haben (leider) dieSophisten, und Ciostergleisner, die gantze weit, in solcherunderthenigkeit und eigenthum gehalten, als ob inen alleinund sonst niemant zügehöret die Schrifft lesen, und manmüst es von inen nemen, wie sie es gaben, und nit weitersdarnach fragen. Und eben heutigs tags thun sie sich umbdie grosse hoff, bemühen sich mit allem fleis. damit ja dieherren selbs nit etwas lesen oder bekomen.