152
mungsurteil zu äussern, wäre wohl etwas zu radikal.Bei den meisten dieser sogen. Sanitätsquetschen wirddem betreffenden Aktionär ja die Pistole auf dieBrust gesetzt. Der Kurs der betreffenden Shareswird auf 0,0 hinuntergesetzt, d. h. unverkäuflich, undes heisst dann einfach: entweder „Zahlen oder Gehen!“Man erkundige sich aber immer eingehendst, oh einesolche Nachzahlung auch schliesslich von irgend einemVorteile sei, d. h. oh man durch ein eventuellesspäteres Börsenmanöver in den Stand gesetzt wird,mehr herauszuholen, als man einzusetzen hat. DieTheorie der Wahrscheinlichkeitsberechnung wird einenaber hierbei recht oft im Stiche lassen; denn häufigspielen die inneren Verhältnisse der Mine, d. li. dasAntreffen von Gold, bei einem derartigen Bekon-struktionskonzert nur die zweite Geige; denn dieerste Geige spielt hierbei die Virtuosität und Lei-stungsfähigkeit der Konzertmeister, d. h. der dahinter-stehenden Finanzgruppe, nach deren Tönen die Ak-tionäre tanzen und sich drehen müssen. Man mussnun heim Crescendo rechtzeitig die Ohren spitzen undim richtigen Moment des Fortissimo, also, wennder Kurs der neuen rekonstruierten Aktien amhöchsten steht, das Aussteigen nicht versäumen,denn sonst wird man dabei hängen bleiben; aberleider nur zu oft geht den Musikanten die Luftaus und es kommt gar nicht bis zum For-tissimo.
Man vergesse auch nicht, sich vor Zuzahlung —also vor Beitritt zu einer Rekonstruktion — danachzu erkundigen, wie hoch die Verbindlichkeiten derGesellschaft sich belaufen, d, h. wie viel die Gesell-