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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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aus Bruenn nicht hier waere, kaeme vor morgen nicht,Ich bin hier.

Es surrt im Apparat.

Pavel nimmt den Hoerer:Ich befehle der Zentralealle Anschluesse der Burg mit einzuschalten. Die Worte desFuehrers sind stenographisch aufzunehmen, durch den Druckzu vervielfaeltigen und bei saemtlichen Stellen der Regie-rung noch heute abend auszuhaengen. Ich bleibe am Ap-parat.

Warten. Es wird dunkler.

Pavel reisst sich in die Hoehe:Heil Hitler ! Er be-antwortet die Anrede des Fuehrers:Zu Befehl, mein Fueh-rer. Ihre Stimmung?" Er hoert.Ihr Gemuet zeigt heuteNordnordost; das muss man wissen, es ist das Wichtigste.Er hoert.Sie sind von ihrer Groesse geruehrt. Heute Hes-sen Sie Ihren Schaedel fuer die Nachwelt wissenschaftlichmessen und wiegen! Der heutige Tag und Ihr niedrigsterKnecht Heydrich legen Ihnen 600 ordinaere Schaedel vonTschechen zu Fuessen." Er hoert.Das ist zu viel, sagenSie? Verstehe, Sie haben gemeint: zu viel Glueck. Nur soviel meinem Fuehrer gebuehrt!

Waehrend der Fuehrer zu ihm spricht, aeussert Paveldie verschiedenen Laute des Erstaunens und Entzueckens,der Hingerissenheit und Anbetung.

Pavel:Mein Fuehrer, Sie lassen alles Menschliche weithinter sich. Wer fasst die maerchenhaften Gaben, die Sieohne Weiteres im Busen waelzen. Sie haben wieder einmalalles von selbst gewusst. Dass der Aufstand in Bruenn fastheiter und ernst nur der in Prag war. Befehlen Sie Be-richt!

Statt zu hoeren, redet der Fuehrer . Pavel begleitet seipeReden mit Gebaerden, wie sie vom Fuehrer mit Recht zuerwarten waeren. Endlich kommt Pavel zu Wort.

Pavel: "Mein Fuehrer! Melde untertaenigst, der Sieg

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