326
des Geldgobrauches betrifft, so ist zunächst der Umfang des laufen-den Edelmetall-Bedarfes nicht gegenüberzustellen dem Gesamtquan-tum der in laufender Zeit zu bewerkstelligenden Güter- und Wert-Übertragungen u. s. w., indem ja der ganze Verkehr in Abzug zubringen ist, welcher sich unter „Ersparung von Geldgebrauch“ (nurmit Verwendung des Geldes für Wertmessung) vollzieht. Mithinist abor auch nicht bloß auf den kolossalen Umfang und dasWachstum dieser Ersparung von Geldgebrauch, sondern auch aufdie möglichen großen Schwankungen in demselben unter außer-gewöhnlichen Verhältnissen zu achten. Kommt nun jedenfalls nurdie (nach Abzug der Kreditvorgänge u. s. w.) effektiv begehrteEdelmetallgeld-Masse in Betracht, so werden für den Umfang dieservorab zwei weitere Momente wirksam.
Das eine besteht in der unterschiedlichen Raschheit der „Zir-kulation“ des Geldes, da dieselben Geldstücke in einzelnen Funk-tionen eine mehrmalige Veränderung innerhalb des gleichen Zeit-raumes linden können. Das zweite Moment wird durch die Höhedos „Sachwertes“ des Geldes erstellt, indem dasselbe, gleich große,Geldstück bei höherem Wert des Edelmetalles in den Vorgängender Zahlung, des Kaufes, der Aufbewahrung und des Transportesfür ein größeres Wertquantum fungiert. Diese letztere Thatsachelässt wiederum die eigenartige Stellung des Geldes innerhalb allerübrigen wirtschaftlichen Güter hervortreten. Was die mehr oderweniger rasche Zirkulation der Geldstücke betrifft, so gilt auch fürTransportmittel der Satz, dass derselbe Wagen u. s. w. bei be-schleunigter Erledigung der einzelnen Leistung und rascherer Wieder-verwendung einen in gleicher Zeitfrist mehrmals wiederholten Ge-brauch ermöglicht. Dagegen lassen weder die Transportmittel nochandero Güter eine Analogie zu jenem zweiten Moment erkennen.Es kann also z. B. zunehmender Geldgebrauclis-Bedarf Befriedi-gung finden durch Gebrauch vermehrten Geldes und durch Gebrauchgleich vielen, höherwertigen Geldes. (Die Folgen für die Wahl derWährung und den Umfang des Wirkungskreises für die Scheide-münze u. dgl. sind für sich zu betrachten.)
Geht man hiernach von der allgemeinen Betrachtung des Edel-metalles zur Unterscheidung des Goldes und Silbers über, so hat