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Oden.
Zu euch, glückselig Paar, zu euch zog dieser Zug.Verbergt die Göttinn nicht! Sie glüht in euren Blicken,(Die sind sie zn verrathen gnug,)
Sie, die euch mehr beglückt, als Schätz' und Stand beglücke».
Verbergt die Liebe nicht! Das Lasier uiag sie hassen,
Demi das soll ewig sich nicht freun.
Wie traurig wird die Flur, die sie um euch verlassen,
Den Schäferinnen seyn!
III.
Abschied eines Freundes.
Schon hast du, Freund, der letzten letzte KüsseAuf nasse Wangen uns gedrückt;Schon schon, beym Zaudern uucntschloßncr Füße,Den schnellen Geist vorweg geschickt.
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Für uns dahin! Doch nein, dein Arm entführet,Wirst du dem Herzen nicht entführt.Dieß Herz, o Freund, einmal von dir gcrührcl,Bleibt ewig, trau! von dir gerührt.
Erwarte nicht ein täuschend Wortgeprängc,Für unsre Freundschaft viel zu klein.Empfindung haßt der Reime kalte Menge,lind wünscht unausposannt zu seyn.
Ein feuchter Blick sind ihre Faubcriönc;
Ein schlagend Herz ihr rührend Lied.
Sie schweigt beredt, sie stockt, sie stammelt schöne,
Ums stärkre Wort umsonst bemüht.
Es winken dir bcnciccnswcrthe Flure»,
Nur unsers Neides minder werth.
Zieh hin! und find' auch da der Vorsicht goldne Spuren.
Um dich besorgt, von dir verehrt.