Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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91
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Ode ».

Er selbst, der kühne Held, wenn er vom Kriegsgott glüht

Du weißt es, Bräutigam! sprich, wenn im blnt'gen Streite,

Er starr mit Einem Blicke sieht

Vor sich den wilden Tod, und Ewigkeit zur Seite;

Wenn er, da über ihm die Himmel Famen hören,

Für Friedrichen und durch ihn siegt

Bist du gesteh es mir der Menschlichkeit zu Ehren

So schön als jetzt vergnügt?

O Braut, preß' ihm dieß Nein vermag dein Reiz es doch

Aus der bewegte» Brust. Und ja, dir wird crs sagen.

Der sanfte» Lieb uuschimpflich Joch

Ward auch vom Tapfersten im Lorbeerkranz getragen.

Nur tolle Härte wähnt, es trät' ein zärtlich Herze

Dem Muth, dem stählern Muth, zu nah.

Er selbst, der Krieger Gott , voll Blut und Staub und Schwärze,Mars kennt Cythcren ja.

Den Prunk der großen Welt, und die vcrlarvte StadtFloh zwar seit langer Zeit die Gottheit holder Liebe.Wo Buhlercy den Tempel hat,Sind, die Verliebte sind, Verräthcr oder Diebe.Sie floh zur stillen Flur, wo, bey gclaßncr Jugend,Die Einfalt Schöne schöner macht.

Da brannt' ihr Rauchaltar! Doch jüngst hat sie die TugendZu euch zurück gebracht.

Sie kam. Ich sah den Zug; ein Dichter sieht ihn nur.

Der Frühling, vor ihr her, verscheuchte Frost und Wetter,

lind Weste folgten ihrer Spur,

lind in den Westen lacht' ein Schwärm der Liebesgötter.

ES führten Tugend sie und Lust in enger Mitten,

Lust, welche nie der Liebe fehlt,

Und nie die Tugend haßt; uud uuter ihre» Tritten

Ward auch der Stein beseelt.