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Oden.
Dort in AurorcnS Reich, am Quell vom ew'gen Licht,Wo unsre Tage stehn, die Wieg und Grab umgränzcn,^—Ein sterblich Auge zählt sie nicht —Dort sah, Beglückte glaubtS, der Dichter eure glänzen!Schnell hob sich dieser Tag, kenntbar am Rosenkränze,Ans der gemeinen Tage Schaar.
es wuchs sein Glanz, und wuchs und überstieg am GlänzeDen Tag, der euch gebar.
So wie ein Bach, der in der Wüste schleicht, °)
Vergebens sein Krystall auf lauten Kieseln rollet,
Wenn ihn der Wandrer nicht erreicht,
Dem er den süßen Trunk, und dann das Schlaflicd zollet-
So fließt in kalter Still, in ungcnoßnen Stunden,
In Tagen, die Verdruß umhüllt,
Das faule Leben fort, die traurigen Sekunden, —
Wenn sie nicht Liebe füllt.
Fühlt ihr es, selig Paar? Und selig, wer es fühlt!
Der Mensch, sich selbst ein Feind, kehrt oft den blinden Rücke»
Der Wollnst zu, auf die er zielt.
Sucht in Zcrstrennug Ruh, und Ruhm in Bubenstücken.
Seht sie, vom Traum getäuscht, in Sorg' und Lüste» schweben,
Dem fräß'gc» Strudel unsrer Zeit!
Dann wägt ihr Glück und sagt: gebt ihr für all ihr Leben
So einen Tag als heut?
Dort sinnt, i» banger Nacht, ei» Sklav von slücht'gcm Ruhm
Von Amt ans Aemter hin. Der Märtyrer der Titel,
Des kranke» Wahnes Eigenthum,
Schämt sich, vor lauter Ehr, auch nicht entehrter Mittel.
Hier häuft der bleiche Geiz das Geld zur eignen Plage,
Und athmet kaum vor Hunger mehr.
Sagt, liebend Paar, gebt ihr für ihre ganzen Tage
So einen Tag, als der?
°) Und ja - - so wie ein Bach der i» der Wüsten schleicht, 176!?.