Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
89
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Oden.

Botschaft, daß die Natur längst unsrer müde worden,

Die dort mit Flüssen Feuers schreckt,

Das paradiesische Gefilde überdeckt,

lind dort, gcschäfftig im Ermorden,

Der aufgebotnen Pest

Die giftgen Schwingen schütteln läßt.

Botschaft von hingerißncn Göttern

Der einst durch sie regierten Welt;

Botschaft von finstern KricgeSwettcrn,

Die hier ein Gott zurücke hält,

Und dort ein Gott, der grausamer verfährt,

Mit immer neuen Blitzen nährt.

Doch Botschaft auch von einem Lande,

Wo Friederich den weichen Zepter führt,

Und Ruh und Glück, im schwesterlichen Bande,

Die Schwellen seines Thrones ziert;

Des Thrones, ungewiß, ob ihn mehr Vorsicht schützt,

Als Liebe stützt.

O ihr, die Friedrich liebt, weil er geliebt will seyn,Ihr Völker jauchzt ihm zu! Der Himmel stimmet ei».Auf! strebt, daß er uiit diesem Jahre,Wenn er sie jetzt nicht schon erfährt,Die wicht'ge Botschaft froh erfahre:Ihr wäret eures Friedrichs werth.

ll.

Auf eine vornehme Vermählung.Paar, das, vom Glück geliebt, auch Liebe glücklich machtSie, die ein fühlend Herz, und nicht die Ahnen schätzet,Und nicht der Würden saure Pracht,Und nicht der Thaten Glanz, die man in Marmor ätzet,Er kömmt - - hier ist er schon, der schönste deiner Tage,Der schönste, weil die Lieb' ihn schmückt,Und ihr erfüllter Wunsch der Hoffnung süße PlageIm Wcchselkuß erstickt.