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1 (1838)
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109
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und Erzählungen.

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O wären sics! Welch Glück für Tugend, Witz und Sitten!Doch nein, der arme Fuchs wird von dem Bär bcstritten,lind, trotz des guten Zwecks, von ihm in Bann gethan.Warum? der Fuchs greift selbst die Bäre tadelnd an.

Ich kann mich dießmal nicht bey der Moral verweilen;Die fünfte Stunde schlägt; ich muß zum Schauplatz eilen.Freund, leg die Predigt weg! Willst du nicht mit mir gehn?Was spielt man? Den Tartüff. Dieß SchanOsiück sollt'ich sehn?°)

X.

Der Löwe und die Mucke.

Ein junger Held vom muntern Hccre,Das nur der Sonnenschein belebt,Und das mit saugendem GewehreNach Ruhm gestochner Beulen strebt,Doch die man noch, zum großen Glücke,Durch zwey Paar Strümpfe hindern kann,Der junge Held war eine Mücke.Hört meines Helden Thaten an!

Auf ihren Kreuz- und RitterzügenFand sie, entfernt von ihrer Schaar,Im Schlummer einen Löwen liegen,Der von der Jagd entkräftet war.Seht, Schwestern, dort den Löwen schlafen,Schrie sie die Schwestern gauckelnd an.Jetzt will ich hin, und will ihn strafen.Er soll mir bluten, der Tyrann!

Sie eilt, und mit verwegnem SprungeSetzt sie sich auf des Königs Schwanz.Sie sticht, und flieht mit schnellem Schwünge,Stolz auf den sauern Lorbeerkranz.

°) Geh, den mag ich nicht sehn. 1747. SZ.