Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
122
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Fabeln

Ihr von dem Zcttcl ab, und guckte durch dic BrilleBey jcdcin Punkte sie begierig an.

Nun, Kind, was ist ihr Wille?"

Mit diesen Worten schwieg der Freyherr stille,

Und nahm mit diesen Worten seine Brille

(Denn, dacht' er, wird das Mädchen nun

So wie ein kluges Mädchen thun;

Wird mich und sie ihr schnelles Ja beglücken;

Werd' ich den ersten Kuß auf ihre Lippen drücken:

So könnt' ich, im Entzücken,

Die theure Brille leicht zerknicken!)

Die theure Brille wohlbcdächtig ab.

Fiuette, der dieß Zeit sich zu bedenken gab,

Bedachte sich, und sprach nach reiflichem Bedenken:

Sie sprechen, gnäd'ger Herr, vom Freyen und vom Schenken

Ach! gnäd'ger Herr, das alles wär' sehr schön!

Ich würd' in Sammt und Seide gehn

Was gehn? Ich würde nicht mehr gehn;

Ich würde stolz mit Sechsen fahren.

Mir würden ganze Schaareu

Von Dienern zu Gebote stehn.

Ach! wie gesagt, das alles wär' sehr schön,

Wenn ich wenn ich--"

,Mn Wenn? Ick will doch sehn(Hier sahe mau den alten Herrn sich blähn,)Was für ein Wenn mir kann im Wege stehn!"

Wenn ich nur nicht verschworen hätte--"

Verschworen? was? Finerre,

verschworen nicht ;u frcvn?

<v Grille, rief der Freyherr, Grille!"

lind griff nach seiner Brille,

Und nahm das Mädchen durch die Brille

Nochmals in Augenschein,

Und rief beständig:Grille! Grille!

verschworen nicht ;n freyn!"