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Fabeln.
daß du uns darzu erschaffen hast; allein") geschlagen wollenwir ohne Ursach nicht seyn.
Mein Geschöpf, antwortete Zcvs ihrem Sprecher, die Bitteist nicht ungerecht; aber ich sehe keine Möglichkeit, die Men-schen zn überzeugen, daß eure natürliche Langsamkeit keine Faul-heit sey. Und so lange sie dieses nicht glauben, werdet ihr geschla-gen werden. — Doch ich sinne euer Schicksal zu erleichtern. —Die ilncmpfindlichkcit soll von nun an euer Theil seyn; eureHaut soll sich gegen die Schläge verhärten, und den Arm desTreibers ermüden.
Zcvs, schrien die Esel, du bist allezeit weise und gnädig! —Sie gingen erfreut von seinem Throne, als dem Throne derallgemeinen Liebe. "")
1i. Das beschützte Lamm.
kali. 157.
Hylar, aus dem Geschlechte der Wolfshunde, bewachte einfrommes Lamm. Zhn erblickte Lykodcs, der gleichfalls an Haar,Schnautzc und Ohren einem Wolfe ähnlicher war, als einemHunde, und fuhr auf ihn los. Wolf, schrie er, was machstdu mit diesem Lammc? —
Wolf selbst! versetzte Hylar. (Die Hunde verkannten sichbeyde.) Geh! oder du sollst es erfahren, daß ich sein Be-schützer bin!
Doch Lykodcs will das Lamm dem Hylar mit Gewalt neh-men; Hylar will es mit Gewalt behaupten, und das armeLamm — Treffliche Beschützer! — wird darüber zerrissen.
°) gemacht hast, aber 175,?.
°°) Gott, mein Gebet soll künftig weiser seyn. Ist mein Unglück un-vermeidlich; wohl, cs geschehe. Nur mache mich stark gcnng, das, wasandre tödlich niederschlägt, nicht zn achten; nnd wann cs seyn kann, nichtzn fühlen. Doch thue was dn willst! Dn bist immer gnädig und weise. 1753.