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Ter junge Gelehrte.
Damis. Nein, mein guter Anton; daSmal möchte cs etwasmehr seyn. Ah! wann du cs wüßtest — —
Anton. Will ichs denn wissen? Es würde mir weiter dochnichts helfen, als daß ich einmal wieder über Sie lachen könnte.
Das ist mir gewiß etwas seltnes?--Haben Sie mich sonst
noch wohin zn schicken? Ich habe ohnedem aus dem Rathskcllcreine kleine Verrichtung; vielleicht ists ein Gang? Nu?
Damis. (erzürnt) Nein, Schurke!
Anton. Da haben wirs! Er hat alles gelesen, nur keinKomplimcntirbuch. — — Aber besinnen Sie Sich. Etwa inden Buchladcn?
Damis. Nein, Schurke.
Anton. Ich muß das Schurke so oft hören, daß ich end-lich selbst glauben werde, es sey mein Taufnamc. — — Aberzum Buchbinder?
Damis. Schweig, oder--
Anton. Oder zum Buchdrucker? Zu diesen dreyen, Gottsey Dank! weiß ich mich, wie das Färberpscrd um die Rolle.
Damis. Sicht denn der Schlingel nicht, daß ich lese?Will er mich noch länger stören?
Anton, (bey Seite) St! er ist im Ernste böse geworden.Lenk ein, Anton. — — Aber, sagen Sie mir nur, was lesenSie denn da für ein Buch? Potz Stern, was das für Zeugist! Das verstehen Sie? Solche Krakclfüssc, solche fürchterlicheZickzacke, die kann ein Mensch lesen? Wann das nicht wenig-stens Fausts Höllcnzwang ist--Ach, man weiß cs ja wohl,
wics dcn Leuten geht, die alles lernen wollen. Endlich verführtsie der böse Geist, daß sie auch Herrn lernen--
Damis. (nimmt sein mnntres Wesen wieder an) Du guter All-ton! das ist ein Buch in hebräischer Sprache. — Des BcnMaimon Zad chasacka.
Anton. Za doch; wers nur glauben wollte! Was Hebräischist, weiß ich endlich auch. Ist cs nicht mit der Grundsprache,mit der Textsprache, mit der heiligen Sprache einerley? Diewarf unser Psarr, als ich noch in die Schule gicng, mehr alseinmal von der Kanzel. Aber so ein Buck, wabrhaftig! hatte