Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
249
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A'cr junge Pclchrte

Schönheit der Gelehrsamkeit, verzeihe» Sie mir meine»dmnmc» Streich daß ich selbst »och gelehrt werden wollte.

Damis. Schimpfe doch nicht selbst den klügsten Einfall,den d» Zeitlebens gehabt hast.

Anton. Vor zwanzig Zahrc» möchte er klng gcmig gewe-sen seyn.

Damis. Glaube mir; noch bist du zu den Wissenschaftennicht zu alt. Wir können in unsrer Rcpublick schon mehrereausweisen, die sich gleichfalls den Musen nicht eher in die Armegeworfen haben.

Anton. Nicht in die Arme allein, ich will mich ihnen i»den Schooß werfen. Aber in welcher Stadt sind die Leute?

Damis. I» welcher Stadt?

Anron. Za; ich muß hi», sie kennen zu lerne». Sie müs-se» mir sage», wie sie es angefangen haben.---

Damis. Was willst du mit der Stadt?

Anton. Sie denken etwa, ich weiß nicht, was cmc Rc-publick ist? Sachse», zum Ercmpcl.--Und ciuc

Rcpublick hat ja mehr wie eine Stadt? nicht?

Damis. Was für ein Zdiotc! Ich rede von der Rcpublickder Gelehrten. Was geht uns Gelehrten, Sachsen, was Deutsch-land, was Europa an? Ein Gelehrter, wie ich bin, ist fürdie ganze Welt; er ist ein Kosmopolit; er ist eine Sonne, dieden ganzen Erdball erleuchten muß--

Amon, Aber sie muß doch wo liege», die Rcpublick derGelehrten.

Damis. Wo liegen? dummer Teufel! die gelehrte Rcpublickist überall.

Anton. Ucbcrall? und also ist sie mit der Rcpublick der Nar-ren an einem Orte? Die, hat man mir gesagt, ist auch überall.

Damis. Za freylich sind die Narren und die Klugen, dieGelehrten und die Ungclchrtcn überall uiitcrmcngt, und zwarso, daß dic letzter» immcr dcn größte» Theil ausmachcn. Dukannst es an unserm Hause sehen. Mit wie viel Thoren undUnwissenden findest du mich nicht hier umgebe» ? Eimgc davonwissen nichts, und wissen cs, daß sie nichts wissen. Unter dicscgehörst du. Sie wollten aber doch gern etwas lernen, und des-