Der junge Gelehrte.
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dcn Vater, sondern den Aggressor zn schlagen sich einbildet;denn sonst--
Ancon. Aggressor? Was ist das für cm Ding?
Damis. So heißt der, welcher ausschlägt — —
Anton. Ha, ha! nun versteh ichs. Zum Exempel; Ihnenmein Herr stüßc wieder einmal eine kleine gelehrte Raserey zu,die sich meinem Buckel durch eine Tracht Schläge empfindlichmachte: so wärcn Sie--wie hcißt cs?--der Aggres-sor; und ich, ich würde berechtiget scvn, mich über dcn Aggressorzn erbarmen, und ihm — —
Damis. Kerl, du bist toll! — —
Anton. Sorgen Sie nicht; ich wollte meine Gedanken schonso zu richten wissen, daß der Herr unterdessen bey Seite ge-schafft würde — —
Damis. Nun wahrhaftig; das wäre ein merkwürdiges Exem-pel, in was für verderbliche Irrthümer man verfallen kann,wenn man nicht weiß, aus welcher Disciplin diese oder jeneWahrheit zu entscheiden ist. Die Prügel, die ein Bedientervon seinem Herrn bekömmt, gehören nicht in das Recht derNatur, sondern in das bürgerliche Recht. Wenn sich ein Be-dienter vermietet, so vermietet er auch seinen Buckel mit.Diesen Grundsatz merke dir.
Anton. Ans dem bürgerlichen Rechte ist er? O das mußein garstiges Recht seyn. Aber ich sehe cs nun schon! die ver-zweifelte Gelehrsamkeit, sie kann eben so leicht zu Prügeln ver-helfen, als dafür schützen. Was wollte ich nicht darum geben,wenn ich mich auf alle ihre wächserne Nasen so gut verstünde,
als Sie.--O Herr Damis, erbarmen Sie Sich meiner
Dummheit!
Danns. Nun wohl, wenn cs dein Ernst ist, so grciffc dasWerk an. Es erfreut mich, der Gelehrsamkeit durch meinExempel einen Prosclyten gemacht zu haben. Ich will dichredlich mit meinem Rathe und meinen Lehren unterstützen.Bringst du cs zu etwas, so verspreche ich dir, dich in die gelehrteWelt selbst einzuführen, und mit einem besondern Werke dichihr anzukündigen. Vielleicht crgrciffe ich die Gelegenheit, etwascie Lrucülis ler«> !>cl literas aclmislis, oder cle Onlimüllng,