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1 (1838)
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Der junge Gelehrte.

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aufhören, ein Deutscher zu heißen. Ich will mein undankbaresVaterland verlassen. Bater, Anverwandte und Freunde, alle,alle verdienen es nicht, daß ich sie länger kenne, weil sieDeutsche sind; weil sie aus dem Volke sind, das ihre größtenGeister mit Gewalt von sich ausstößt. Ich weiß gewiß, Frank-reich und Engcland werden meine Verdienste erkennen

Anton. Herr Damis, Herr Damis, Sie fangen an zurasen. Ich bin nicht sicher bey Ihnen, ich werde jemand rufenmüssen.

Damis. Sie werden es schon empfinden, die dummenDeutschen , was sie an mir verlohrcn haben! Morgen will ichAnstalt machen, dieses unselige Land zu verlassen--

c. ^ . <Sechzehnter Auftritt.

Chrysander- Damis. Anton.

Anton. Gott sey Dank, daß jemand kömmt!

Chrys. Das verzweifelte Mädel, die Lisctte! Und (zn Auto»)du, du Spitzbube! dusollst dein Bricfträgerlohn auch bekommen.

Mich so zu hintergehen? schon gut!--Mein Sohn, ich

habe mich besonnen; du hast Recht; ich kann dir Julianen nunnicht wieder nehmen. Du sollst sie behalten.

Damis. Schon wieder Juliane? Jetzt da ich ganz andreDinge zu beschlossen habe Hören Sie nur auf damit;ich mag sie nicht.

Chr^s. Es würde unrecht seyn, wenn ich dir länger wi-derstehen wollte. Ich lasse jedem seine Freyheit; und ich sehewohl, Juliane gefällt dir

Damis. Mir? eine dumme Deutsche ?

Lhrys. Sie ist ein hübsches, tugendhaftes, aufrichtiges Mäd-chen; sie wird dir tausend Vergnügen machen.

Damis. Sie mögen'sie loben oder schelten; mir gilt allesgleich. Ich weiß mich nach Ihrem Willen zu richten, und die-ser ist, nicht an sie zu gedenken.

Chrys. Nein, nein; du sollst dich über meine Härte nichtbeklagen dürfen.

Damis. Und Sie Sich noch weniger über meinen Ungehorsam.

<Lhrys. Ich will dir zeigen, daß du einen gütigen Vater