Der junge Gelehrte.
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aufhören, ein Deutscher zu heißen. Ich will mein undankbaresVaterland verlassen. Bater, Anverwandte und Freunde, alle,alle verdienen es nicht, daß ich sie länger kenne, weil sieDeutsche sind; weil sie aus dem Volke sind, das ihre größtenGeister mit Gewalt von sich ausstößt. Ich weiß gewiß, Frank-reich und Engcland werden meine Verdienste erkennen — —
Anton. Herr Damis, Herr Damis, Sie fangen an zurasen. Ich bin nicht sicher bey Ihnen, ich werde jemand rufenmüssen.
Damis. Sie werden es schon empfinden, die dummenDeutschen , was sie an mir verlohrcn haben! Morgen will ichAnstalt machen, dieses unselige Land zu verlassen--
c. ^ . <Sechzehnter Auftritt.
Chrysander- Damis. Anton.
Anton. Gott sey Dank, daß jemand kömmt!
Chrys. Das verzweifelte Mädel, die Lisctte! Und (zn Auto»)du, du Spitzbube! dusollst dein Bricfträgerlohn auch bekommen.
Mich so zu hintergehen? schon gut!--Mein Sohn, ich
habe mich besonnen; du hast Recht; ich kann dir Julianen nunnicht wieder nehmen. Du sollst sie behalten.
Damis. Schon wieder Juliane? Jetzt da ich ganz andreDinge zu beschlossen habe — — Hören Sie nur auf damit;ich mag sie nicht.
Chr^s. Es würde unrecht seyn, wenn ich dir länger wi-derstehen wollte. Ich lasse jedem seine Freyheit; und ich sehewohl, Juliane gefällt dir — —
Damis. Mir? eine dumme Deutsche ?
Lhrys. Sie ist ein hübsches, tugendhaftes, aufrichtiges Mäd-chen; sie wird dir tausend Vergnügen machen.
Damis. Sie mögen'sie loben oder schelten; mir gilt allesgleich. Ich weiß mich nach Ihrem Willen zu richten, und die-ser ist, nicht an sie zu gedenken.
Chrys. Nein, nein; du sollst dich über meine Härte nichtbeklagen dürfen.
Damis. Und Sie Sich noch weniger über meinen Ungehorsam.
<Lhrys. Ich will dir zeigen, daß du einen gütigen Vater