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Der Misogyn.
Wumsh. Zch mich besinnen?
Solbist. Sie müssen überzeugt seyn, daß man kein feind-seliger Verfahren erdenken kann, als einem eine Frau zu geben.
Mumsh. Das bin ich! Er soll sie haben, ja; mit Freu-den will ich sie ihm geben. Wie soll sie ihm das Leben sosauer machen! Leander, Leander, er soll den Verdruß zehnfachwieder empfinden, den er mir verursacht hat. Wie will ichmich freuen, wenn ich bald erfahren werde, daß sich meineTochter täglich mit ihm zankt; daß sie ihn keinen Bissen inRuhe gemessen läßt, daß sie sich so gar an ihm vergreift, daßsie ihm untreu ist, daß sie ihm sein Vermögen durchbringt, daßer endlich Haus und Hof ihrcntwcgen verlassen muß! Ich denke,ich denke, sie solls dahin bringen. Za, ja, Herr Solbist, Lean-der soll meine Tochter haben, er soll sie haben. — Allein,wenn ich den Proceß dadurch gewinne, so muß ich die dcpo-nirtcn Sechs tausend Thaler ausgezahlt bekommen.
Solbist, Die können Sie morgen bekommen.
wumeh. Morgen? das wäre vortrefflich! Zch hätte eben
Gelegenheit sie zu Sechs Proccnt unterzubringen.--Aber
Leander denkt doch wohl nicht, daß er sie zur Aussteuer etwawieder bekommen werde? Das mag er sich nur vergehen lassen.Mitgeben kann ich meiner Tochter nichts, gar nichts.
Solbist. Es wird auch uicht nöthig seyn; Leander ist selbstreich genug.
wmnsh. Wcmk das ist, so ist sie, wenn er will, nochheute seine Frau. Ich wollte sie zwar meinem Sohne mitgeben;doch daraus wird nun nichts. Es ist besser, daß sie mich aneinem Menschen rächt, der mir so vieles Unrecht gethan hat.Wir wollen gleich zu ihr gehen; kann doch Herr Leander her-nach selbst herkommen. Kommen Sie, Herr Solbist —
Solbist- Gehen Sie nur. Zch muß meine Spitzenkrausevorher wieder abbinden, und die glaßirtcn Handschuh cinstcckcn.Sagen Sie es aber ja niemanden, daß ich der Brautwerbergewesen bin! (Wumshcitcr geht ab) Es möchte sich zu meinemAmte nicht atlzuwohl schicken; wcßwcgcn ich denn auch ganzweislich in dem völligen Ornate nicht herkommen wollte. Wie