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1 (1838)
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Der Schatz.

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wieder auf meine Frage komme: Wenn man Ihnen Ih-ren Freund Ansclmo jetzt zeigte, würden Sie ihn wohl wiedererkennen?

Raps. Wenn ich meine Augen behielte, ohne Zweifel.Aber es scheint, als ob Sie es noch nicht glauben wollten, daßich den Ansclmo kenne. Hören Sie also einen Beweis überalle Beweise. Nicht allein Briefe hat er mir mitgegeben, son-dern auch sechs tausend Thaler, die ich dem Herrn Philto ein-bändigen soll. Würde er das wohl gethan haben, wenn ichnicht sein ander Ich wäre?

Anselmo. Sechs tausend Thaler?

Raps. In lauter guten, vollwichtigen Dukaten.

Ansclmo. (bey Seite) Nun weiß ich fast nicht, was ich vondem Kerl denken soll. Ein Betricgcr, der Geld bringt, das istja wohl ein sehr wunderbarer Bctricger.

Raps. Aber, mein Herr, wir plaudern zu lange. Ich sehewohl, daß Sie mir meine Leute entweder nicht weisen können,oder nicht wollen.

Ansclmo. Nur noch ein Wort! Haben Sie denn, HerrRaps, das Geld bcy sich, das Ihnen Ansclmo gegeben hat?

Raps. Ja. Warum?

Ansclmo. Und cs ist ganz gewiß, daß Ihnen Anselmo,des Lclio Vater, die sechs tausend Thaler gegeben hat?Raps. Ganz gewiß.

Anselmo. Je nun! so geben Sie mir sie nur wieder,Herr Raps.

Raps. Was soll ich Ihnen wieder geben?

Ansclmo. Die sechs tausend Thaler, die Sie von mir be-kommen haben.

Raps. Ich von Ihnen sechs tausend Thaler bekommen?

Ansclmo. Sie sagen cs ja selbst.

Raps. Was sag ich? Sie sind Wer sindSie denn?

Ansclmo. Ich bin eben der, der Herr Rapscn sechs tau-send Thaler anvertrauet hat; ich bin Ansclmo.Raps. Sie Ansclmo?

Anselmo. Kennen Sie mich nicht? Die Könige von Gal-

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