Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
516
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Minna von BtNiihclm.

v. Tellheim- Daß ich sicherlich zum Bettler werden würde,wenn ich es nicht schon wäre. Ich bin dir sehr verbunden,Zust. Und diese Nachricht vermochte Wcrncrn, sein BißchenArmuth mit mir zu theilen. Es ist mir doch lieb, daß iches errathen habe. Höre Zust, mache mir zugleich auch deineRechnung; wir sind geschiedene Leute.--

Just. Wie? was?

v. Tellheim. Kein Wort mehr; es kömmt jemand.

Fünfter Auftritt.Eine Dame in Trauer, v. Tellheim. Just.Die Dame. Ich bitte um Verzeihung, mein Herr!v. Tellheim. Wen suchen Sic, Madame?Die Dame. Eben den würdigen Mann, mit welchem ichdie Ehre habe zu sprechen. Sic kennen mich nicht mehr? Ichbin die Wittwe Ihres ehemaligen StabsrittmcistcrS

v. Tellheim. Um des Himmels willen, gnädige Frau!welche Veränderung!

Die Dame. Ich stehe von dem Krankenbette auf, auf dasmich der Schmerz über den Verlust meines Mannes warf. Zchmuß Zhnen früh beschwerlich fallen, Herr Major. Zch reiseauf das Land, wo mir eine gutherzige, aber eben auch nichtglückliche Freundin eine Zuflucht vors erste angeboten.v. Tellheim. (zu Just) Geh, laß uns allein.

Sechster Auftritt.

Die Dame. v. Tellheim.

v. Tellheim. Reden Sic frey, gnädige Frau! Vor mirdürfen Sie sich Zhrcs Unglücks nicht schämen. Kann ich Zh-ncn worinn dienen?

Die Dame. Mein Herr Major

v. Tellheim, Zch beklage Sic, gnädige Frau! Worinn kannich Zhncn dicnen? Sic wissen, Zhr Gemahl war mein Freund;mein Freund, sage ich; ich war immer karg mit diesem Titel.

Die Dame. Wer weiß es besser, als ich, wie werth Sicseiner Freundschaft waren, wie werth er der Ihrigen war? Siewürden sein letzter Gedanke, Zhr Name der letzte Ton seiner