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1 (1838)
Entstehung
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515
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Minna von Barnhelui.

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Iust. Und Sie, Sie erkenne ich nicht mehr, meinHerr. Zch sterbe vor Ihren Augen, wenn Sie nicht der Schutz-engel dieses hämischen, unbarmherzigen Rackers sind! Trotz Gal-gen und Schwert und Rad, hätte ich ihn hätte ich ihn mitdiesen Händen erdrosseln, mit diesen Zähnen zerreißen wollen.

v. Tellheim. Bestie!

Iust- Lieber Bestie, als so ein Mensch!

v. Tellheim. Was willst du aber?

Just. Zch will, daß Sie es empfinden sollen, wie sehrman Sie beleidiget.

v. lLellheim. Und dann?

Just. Daß Sie sich rächten, Nein, der Kerl ist Ih-nen zu gering.

v. Tellheim. Sondern, daß ich es dir auftrüge, mich zurächen? Das war von Anfang mein Gedanke. Er hätte michnicht wieder mit Augen sehen, und seine Bezahlung aus deinenHänden empfangen sollen. Zch weiß, daß du eine Hand vollGeld mit einer ziemlich verächtlichen Miene hinwerfen kannst.

Just. So? eine vortreffliche Rache!

v. Tcllheim. Aber die wir noch verschieben müssen. Zchhabe keinen Heller baarcs Geld mehr! ich weiß auch keinesaufzutrcibcn.

Iust. Kein baarcs Geld? Und was ist denn das für einBeutel, mit fünfhundert Thaler Louisdor, den der Wirth inIhrem Schrcibpultc gefunden?

v. Tellheim. Das ist Geld, welches mir aufzuheben gege-ben worden.

Iust. Doch nicht die hundert Pistolen, die Zhncn Ihr al-ter Wachtmeister vor vier oder fünf Wochen brachte?

v. Tellheim. Die nehmlichen, von Paul Wernern. Wa-rum nicht?

Iust. Diese haben Sie noch nicht gebraucht? Mein Herr,mit diesen können Sie machen was Sie wollen. Auf meineVerantwortung

v. Tellheim. Wahrhaftig?

Iust- Werner hörte von mir, wie sehr man Sie mit Ih-ren Fodcrungcn an die Gcncralkricgcskassc aufzieht. Er hörte

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