Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
536
Einzelbild herunterladen
 

63«

Minna von Barnhelm.

Franciska. Bringen Sie doch dcn Schurken her. DcsMajors Bediente kenne ich ja wohl alle. Welcher wäre denn das?

Das Fräulein. Bringen Sie ihn geschwind her. Wenner uns sieht, wird er schon gehen.

(Der Wirth geht ab.)

Fünfter Auftritt.Das Fräulein. Franciska.Das Fräulein. Zch kann den Augenblick nicht erwarten.Aber, Franciska, du bist noch immer so kalt? Du willst dichnoch nicht mit mir freuen?

Franciska. Zch wollte von Herzen gern; wenn nurDas Fräulein. Wenn nur?

Franciska. Wir haben dcn Mann wiedergefunden; aberwie haben wir ihn wiedergefunden? Nach allem, was wir vonihm hören, muß es ihm übel gehn. Er muß unglücklich seyn.Das jammert mich.

Das Fraulein. Jammert dich? Laß dich dafür umar-men, meine liebste Gespielin! Das will ich dir nie vergessen! Zch bin nur verliebt, und du bist gut.

Sechster Auftritt.Der Wirth. Just. Die Vorigen.Der U?irch. Mit genauer Noth bring ich ihn.Franciska. Ein fremdes Gesicht! Zch kenne ihn nicht.Das Fräulein. Mein Freund, ist Er bey dem Major vonTcllheim?Iust- Za.

Das Fräulein. Wo ist Sein Herr?Inst. Nicht hier.

Das Fräulein. Aber Er weiß ihn zu finden?Iust. Za.

Das Fräulein. Will Er ihn nicht geschwind hcrhohlen?Just. Nein.

Das Fräulein. Er erweiset mir damit einen Gefallen.Iast. Ey!

Das Fräulein. Und seinem Herrn einen Dienst.