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1 (1838)
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5,42

Minna von Barnhclm»

ßigc Art, von scincr Tapferkeit und von seinem Unglücke zusprechen —

v. Tellheim. Die im Grunde doch auch geprahlt und ge-klagt ist.

Das Fräulein. O, mein Rechthaber, so hatten Sie sichauch gar nicht unglücklich nennen sollen. — Ganz geschwiegen,oder ganz mit der Sprache heraus. — Eine Vernunft, eineNothwendigkeit, die Ihnen mich zu vergessen befiehlt? — Ichbin eine große Liebhaberin von Vernunft, ich habe sehr vielEhrerbietung für die Nothwendigkeit. — Aber lassen Sie dochhören, wie vernünftig diese Vernunft, wie nothwendig dieseNothwendigkeit ist.

v. Tellhcim. Wohl denn; so hören Sie, mein Fräulein.

— Sie nennen mich Tcllhcim; der Name trift ein. — AberSie meinen, ich sey der Tcllhcim, den Sie in Zhrcm Vater-land? gekannt haben; der blühende Mann, voller Ansprüche,voller Ruhmbegierde; der seines ganzen Körpers, scincr ganzenSeele mächtig war; vor dem die Schranken der Ehre und desGlücks cröfuct standen; der Ihres Herzens und Ihrer Hand,wann cr schon ihrcr noch nicht würdig war, täglich würdigerzu werden hoffen durste. — Dieser Tcllhcim bin ich eben sowenig, — als ich mein Vatcr bin. Beide sind gewesen. —Ich bin Tcllhcim, dcr verabschiedete, der an seiner Ehre ge-kränkte, der Krüppel, dcr Vcttlcr. — Icncm, mcin Fräulci»,versprachen Sie sich: wollen Sie diesem Wort halten? —

Das Fräulein. Das klingt sehr tragisch! — Doch, mcinHcrr, bis ich jcncn wicdcr findc, — in dic Tcllhcims bin ichnun einmal vcrnarrct, —- dieser wird mir schon aus dcr Nothhclfcn müssc». — Dcinc Hand, lieber Bettler! <!ndcm sie ihn beyder Hand ergreift)

V. Tellhcim. (dcr dic andere Hand mit dem Hute vor das Gesichtschlägt, und sich von ihr abwendet) Das ist zu viel! — Wo binich ? — Lassen Sie mich, Fräulcin! Jhr^ Güte foltert mich;

— Lassen Sic mich.

Das Fräulein. Was ist Ihnen? wo wollen Sic hin?v. Tellheim. Von Ihnen! —