Miß Sara Sampson.
Norton, scr liest) „Es wird so gut seyn, als ob ich Zhncn„dcn längsten Brief geschrieben hätte, Mcllcfont, wenn Sie dcn„Namen, den Sie am Ende dcr Seite finden werden, nur ci-„ncr kleinen, Betrachtung würdigen wollen--
ZNellefonr- Verflucht sey ihr Name! Daß ich ihn nie ge-hört hätte! Daß er aus dem Buche dcr Lebendigen vertilgtwürde!
Norton, (liest weiter) „Die Mühe Sie auszuforschen, hat„mir die Liebe, welche mir forschen half, versüßt.
Mcllefont. Die Liebe? Frcvlcrinn! Du entheiligest Na-men, die nur dcr Tugend geweiht sind.
Norton, (fährt fort) „Sie hat noch mehr gethan; — —
rNellefonr. Ich bebe--
Norton. „Sie hat mich Zhncn nachgebracht. — —
Mellefont. Vcrräthcr, was liest du? (cr reißt ihm den Briefans dcr Hand, n»d liest selbst) „ Sie hat mich Ihnen — nachge-bracht. — Ich bin hier; und es stehet bey Zhncn, — ob Sie„meinen Besuch erwarten, — oder mir mit dem Zhrigcn —„zuvorkommen wollen. Marwood." — Was für ein Donncr-schlag'. Sie ist hier? — Wo ist sie? Diese Frechheit soll siemit dem Leben büßen.
Norton. Mit dem Leben? Es wird ihr einen Blick kosten,und Sie liegen wieder zu ihren Füßen. Bedenken Sie wasSie thun! Sie müssen sie nicht sprechen, oder das Unglück Ih-rer armen Miß ist vollkommen.
Mellcfont. Ich Unglücklicher! — Nein, ich muß sie spre-chen. Sie würde mich bis in dem Zimmer dcr Sara suchen,und alle ihre Wuth gegen diese Unschuldige auslasscn.
Norton. Aber, mein Herr — —
XNellefont. Sage nichts! — Laß sehen, (indem er in den Briefsieht) ob sie ihre Wohnung angezeigt hat. Hier ist sie. Komm,führe mich. (Sie gehen ab.)