Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
18
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Miß Sara Samvso».

an welchen der vorige Brief überschrieben war. Wenigstensist der Bediente bey ihm, der mir ihn abgenommen hat.

MarrvooS. Mellefont! Geschwind, führe ihn herauf!(der Bedient- geht ab.) Ach Hannah, mm ist er da! Wie soll ichihn empfangen? Was soll ich sagen? Welche Miene soll ichannehmen? Ist diese ruhig genug? Sich doch!

-Hannah. Nichts weniger als ruhig.

Marwood. Aber diese?

Hannah. Geben Sie ihr noch mehr Anmuth.

Marrvood. Etwa so?

Hannah. Zu traurig!

Marwood. Sollte mir dieses Lächeln lassen?Hannah. Vollkommen! Aber nur freyer Er kömmt.

Dritter Auftritt.

Mellefont. Marwood. Hannah.Mellefont. (der mit einer wilde» Stellung herein tritt) Ha! Mar-wood

Marwood. (die ihm mit offnen Armen lächelnd entgegen rennt)Ach Mellefont

Mellefont. (bey Seite) Die Mörderinn, was für ein Blick!

Marwood. Ich muß Sie umarmen, treuloser, lieber Flücht-ling! Theilen Sie doch meine Freude! Warum entrei-ßen Sie sich meinen Liebkosungen?

Mellefont. Marwood, ich vermuthete, daß Sie mich an-ders empfangen würden.

Marwood. Warum anders? Mit mehr Liebe vielleicht?mit mehr Entzücken? Ach ich Unglückliche, daß ich wenigerausdrücken kann, als ich fühle!") Sehen Sie, Mellefont,sehen Sie, daß auch die Freude ihre Thränen hat? Hier rollensie, diese Kinder der süßesten Wollust! Aber cch, VerlorneThränen! seine Hand trocknet euch nicht ab.

Mellefont. Marwood, die Zeit ist vorbey, da mich solcheReden bczaubcrt hätten. Sie müssen ißt in einem andern

°) Hier folgt in der erste» AusgabeMein Herz bebet vor Freuden,Sie wieder zu seh», Sie wieder an meine Brust zu drucken."