Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
26
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25.

Miß Sara Sampson.

Zweck erreichten: das möchte noch hingehen; Sie können sichmit der Heftigkeit Ihrer Leidenschaft entschuldigen. Allein, daßSie einem alten Vater sein einziges Kind raubten; daß Sieeinem rechtschaffnen Greise die wenigen Schritte zu seinem Grabenoch so schwer und bitter machten; daß Sie, Ihrer Lust wegen,die stärksten Banden der Natur trennten: das, Mcllcfont, daskönnen Sie nicht verantworten. Machen Sie also Ihren Feh-ler wieder gut, so weit es möglich ist, ihn gut zu machen. Ge-ben Sie dem weinenden Alter seine Stütze wieder, und schickenSie eine leichtgläubige Tochter in ihr Haus zurück, das Siedeswegen, weil Sie es beschimpft haben, nicht auch öde ma-chen müssen.

Mellefont- Das fehlte noch, daß Sie auch mein Gewis-sen wider mich zu Hülfe riefen! Aber gesetzt, es wäre billig,was Sie sagen; müßte ich nicht eine eiserne Stirne haben,wenn ich es der unglücklichen Miß selbst vorschlagen sollte?

XNarroood. Nunmehr will ich es Ihnen gestehen, daß ichschon im voraus bedacht gewesen bin, Ihnen diese Verwirrungzu ersparen. So bald ich Ihren Aufenthalt erfuhr, habe ichauch dem alten Sampson unter der Hand Nachricht davon ge-ben lassen. Er ist vor Freuden darüber ganz außer sich gewe-sen, und hat sich sogleich auf den Weg machen wollen. Ichwundrc mich, daß er noch nicht hier ist.

Mellefont. Was sagen Sie?

MarwooS. Erwarten Sie nur ruhig seine Ankunft, undlassen sich gegen die Miß nichts merken. Ich will Sie selbstjetzt nicht länger aufhalten. Gehen Sie wieder zu ihr; siemöchte Verdacht bekommen. Doch vcrsprcch' ich mir, Sie heutenoch einmal zu sehen.

Mellefont. O Marwood, mit was für Gesinnungen kamich zu Ihnen, und mit welchen muß ich Sie verlassen! EinenKuß, meine licbc Bella--

Arabella. Der war für Sie; aber nun einen für mich.Kommen Sie nur ja bald wieder; ich bitte. (Mcllcfont geht ab.)