Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
93
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Philotas .

ich sprach mit jedem meiner Begleiter, und da drückte michmancher wackere Krieger an seine narbigtc Brust! Nur mit mei-nem Vater sprach ich nicht; denn ich zitterte, wenn er michnoch einmal sähe, er möchte sein Wort wicdcrrufcn. Nunzogen wir aus! An der Seite der unsterblichen Götter kannman nicht glücklicher seyn, als ich an der Seite Aristodemsmich fühlte! Auf jeden seiner anfeuernden Blicke, hätte ich, ichallein, ein Heer angegriffen, und mich in der feindlichen Eisengewissesten Tod gestürzct. Zn stiller Entschlosscnhcir freute ichmich auf jeden Hügel, von dem ich in der Ebene Feinde zuentdecken hoste; auf jede Krümmung des Thals, hinter der ichauf sie zu stoßen, mir schmeichelte. Und da ich sie endlich vonder waldigtcn Höhe auf uns stürzen sahe; sie mit der Spitzedes Schwcrds meinen Gefährten zeigte; ihnen bergan entgegenflog rufe dir, ruhmvoller Grciß, die seligste deiner jugend-lichen Entzückungen zurück du konntest nie entzückter seyn!

Aber nun, nun sich mich, Strato, sieh mich von dem Gi-pfel meiner hohen Erwartungen schimpflich herab stürzen! O wieschaudert mich, diesen Fall in Gedanken noch einmal zu stürzen!

Zch war zu weit voraus geeilt; ich ward verwundet, und

gefangen! Armseliger Jüngling, nur auf Wunden hieltestdu dich, nur auf den Tod gefaßt, und wirst gefangen. Soschicken die strengen Götter, unsre Fassung zu vereiteln, nurimmer unvorgesehcncs Uebel? Zch wciuc; ich muß weinen,ob ich mich schon, von dir darum verachtet zu werden, scheue.Aber verachte mich nicht! Du wendest dich weg?

Strato. Zch bin unwillig; du hättest mich nicht so bewe-gen sollen. Zch werde mit dir zum Kinde

Philotas . Nein; höre, warum ich weine! Es ist kein kin-disches Weinen, das du mit deiner männlichen Thräne zu be-gleiten würdigest Was ich für mein größtes Glück hielt, diezärtliche Liebe, mit der mich mein Vater liebt, wird mein größ-tes Unglück. Zch fürchte, ich fürchte; er liebt mich mehr, alser sein Reich liebt! Wozu wird er sich nicht verstehen, waswird ihm dein König nicht abbringen, mich aus der Gefangen-schaft zu retten! Durch mich Elenden, wird er an einem Tagemehr verlieren, als er in drey langen mühsamen Zahrcn, durch